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Mecklenburg-Vorpommern

19. September 2017 | 17:15 Uhr

Hochwasser erreicht Südbrandenburg

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2013 | 01:00 Uhr

Schwerin | Das Hochwasser ist weiter auf dem Vormarsch in Richtung Norden. Die anschwellende Elbe drängt in die Altstadt der sächsischen Stadt Pirna. In flussnahen Gebieten musste in der Nacht zu Dienstag bereits der Strom abgeschaltet werden. Bewohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. „Es gab aber keine Zwangsevakuierungen“, sagte Stadtsprecher Thomas Gockel am Dienstag. Notquartiere stünden bereit. Die Anlegestelle und erste Straßen hinter dem Bahndamm stünden im Wasser. Das elbaufwärts liegende Obervogelgesang sei komplett überspült, dort kämen die Bewohner nur noch über Notwege in ihre Häuser. „Und der Scheitel ist noch nicht erreicht.“ Elbaufwärts in der Sächsischen Schweiz wurden die Orte Schmilka und Postelwitz evakuiert. Viele Hotels in Flussnähe mussten schließen.

Inzwischen hat das Hochwasser auch in Südbrandenburg kritische Ausmaße angenommen. In Bad Liebenwerda wurde in der Nacht zu Dienstag an der Schwarzen Elster der Pegelstand für die höchste Alarmstufe IV überschritten, teilte der Landkreis Elbe-Elster in Herzberg mit. In Herzberg lag der Pegelstand der Schwarzen Elster am Dienstagmorgen noch etwas unterhalb der höchsten Alarmstufe. In Spremberg herrscht seit 10 Uhr die höchste Alarmstufe. Die Spree hat dort einen Pegel von über 4 Metern erreicht - der Normalpegel liegt bei knapp unter 2 Metern.

Voraussichtlich Donnerstag wird das Hochwasser auch Mecklenburg-Vorpommern erreichen. Prognosen der Hochwassermeldezentrale in Magdeburg gehen davon aus, dass im Laufe des 6. Juni die Elbe bei Dömitz einen Pegelstand von fünf Metern erreichen wird. "Dann gilt für den gesamten 21 Kilometer langen Elbeabschnitt in Mecklenburg-Vorpommern Hochwasseralarm Stufe I", sagte Birgitt Hamm, Sprecherin des Agrar- und Umweltministeriums gegenüber unserer Redaktion.

"Wir sind auf alles vorbereitet", sagte Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. In den elbnahen hochwassergefährdeten Gebieten des Landes leben auf einer Fläche von 25 132 Hektar etwa 14 000 Menschen. Für deren Sicherheit hat das Land seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 etwa 52,4 Millionen Euro in das Hochwasserschutzsystem Elbe investiert, so das Agrar- und Umweltministerium. 86,2 Kilometer Deiche wurden seit 1991 saniert. Die Oberkante der Deichanlagen liegt im Durchschnitt bei 7,80 Metern.

Die höchsten je gemessenen Wasserstände erreichte die Elbe im Nordosten beim Januarhochwasser 2011 in Dömitz mit 6,72 Metern über normal und in Boizenburg mit 6,90 Metern. "Diese Hochwasserereignisse haben gezeigt, dass das ertüchtigte Hochwasserschutzsystem der Elbe dem Wasser standhalten konnte", erklärte Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) gestern hoffnungsvoll. Der Zustand der Schutzanlagen in Mecklenburg-Vorpommern wird zweimal jährlich durch eine Kommission überprüft. Etwas niedriger war das Hochwasser im Sommer 2002 mit 6,50 Metern, weil das Nachbarland Brandenburg zur Entlastung seine Schleusen öffnete und die Polder flutete.

Dagegen hat das aktuelle Hochwasser weite Teile im Süden und Osten Deutschlands in Katastrophenregionen verwandelt. In Passau erreichte die Donau den höchsten Wasserstand seit über 500 Jahren. Mittlerweile sinken die Pegel wieder leicht. In Städten in Bayern, Thüringen und Sachsen galt Katastrophenalarm. 4000 Helfer des Bundes sind im Einsatz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist zur Stunde durch die Hochwassergebiete. Ihre erste Station war die von den Donau-Fluten besonders betroffene Drei-Flüsse-Stadt Passau. Sie hat den Geschädigten 100 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt.

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