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Hochschulen in MV : Hochschullehrer gegen Dumping-Honorare

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Lage von Lehrbeauftragten im Land ist prekär – ohne festes Beschäftigungsverhältnis bei schlechter Bezahlung

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Lehrbeauftragte an den Hochschulen in MV sollen für ihre Arbeit besser bezahlt werden. Das hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefordert. Die Lage von Lehrbeauftragten im Land sei oft prekär, sagte Sandra Vogt von der GEW gestern.

Sie hätten weder ein festes Beschäftigungsverhältnis zur Hochschule, noch verdienten sie annähernd so viel wie die Festangestellten. „Die eigentliche Idee von Lehraufträgen war, die Hochschulen mit Expertise von außen zu bereichern“, sagte Vogt. Mittlerweile lebten die meisten Lehrbeauftragte zum Beispiel an Sprachschulen oder Musikhochschulen allein von diesen Aufträgen. Auch viele zentrale Studienbestandteile würden von dieser Gruppe und nicht von Professoren übernommen. Das sehe das Landeshochschulgesetz so nicht vor.

An der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock etwa seien rund 70 Prozent der Angestellten Lehrbeauftragte, der Lehrbetrieb könne überhaupt nur durch die Honorarkräfte aufrechterhalten werden. An der Universität Rostock sind 282 Lehrbeauftragte und Honorarkräfte beschäftigt, die meisten davon an der Philosophischen Fakultät (103). Diese Zahl geht aus einer Kleinen Anfrage der Linken aus dem Juli 2014 hervor. Die Vergütung pro Lehrstunde betrage dabei zwischen 20 und 40 Euro. Vor- und Nachbereitungszeit werden nicht bezahlt. Zum Vergleich: Festangestellte Professoren verdienten nach Angaben der Gewerkschaft GEW etwa 133 Euro pro Lehrveranstaltungsstunde.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hatte die GEW gestern Abend zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Lehraufträge - ein institutioneller Missbrauch“ in der Universität Rostock eingeladen. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zum Bundesweiten Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014 in Schwerin.

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