Bildung MV : Hochschulen stocken eigene Rücklagen kräftig auf

Auditorium Maximum der Universität Rostock
Auditorium Maximum der Universität Rostock

Die Entlastung des Landes bei den BAföG-Zahlungen bekommt den Hochschulen sichtlich gut. Das eingesparte Geld fließt seit einem Jahr an die Bildungseinrichtungen, die damit in der Lage sind, auch größere Finanzpolster zu bilden.

svz.de von
26. Mai 2017, 17:00 Uhr

Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern haben dank zusätzlicher Zuwendungen ihr Finanzpolster für künftige Projekte kräftig aufgestockt. Wie das Bildungsministerium in Schwerin am Freitag mitteilte, legten die sechs Bildungseinrichtungen im Jahr 2016 knapp 19 Millionen Euro auf die hohe Kante und sorgten so für Rekordrücklagen von insgesamt 76,6 Millionen Euro.

Wichtigste Quelle dafür waren Mittel des Landes, die seit 2016 frei wurden, weil der Bund seither das BAföG vollständig finanziert. Rund 20 Millionen Euro kann das Land so jährlich zusätzlich an die beiden Universitäten in Rostock und Greifswald sowie die vier Hochschulen weiterreichen. Gut die Hälfte davon fließt in deren Etats, der Rest wird zweckgebunden ausgereicht, etwa für Gebäudesanierungen.„Die Entwicklung der Hochschulrücklage ist außerordentlich positiv und zeigt, dass die Hochschulen sorgsam mit dem zur Verfügung gestellten Geld umgehen und Vorsorge für künftige strategische Vorhaben treffen können“, erklärte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Die Bereitstellung zusätzlicher BAföG-Mittel habe den finanziellen Spielraum der Hochschulen weiter verbessert.

Mit 18,6 Millionen Euro sei der bislang höchste Jahresbetrag in die Rücklage geflossen seit Einführung der Globalhaushalte im Jahr 2004.

Seither liege es in der Hand der Hochschulen, in welchem Umfang sie Geld für Personal und Investitionen ausgeben oder auch Rücklagen bilden, um für Notfälle gewappnet zu sein und längerfristig größere Vorhaben abzusichern.

Die Universität in Rostock stockte ihre Rücklagen um 8,6 auf nunmehr 36,2 Millionen Euro auf. Auch die Hochschulen in Neubrandenburg (1,7 Millionen) und Wismar (2,1 Millionen) sowie die Musikhochschule in Rostock (1,0 Million) legten so viel Geld zurück wie in keinem Jahr zuvor. In der Fachhochschule Stralsund waren es hingegen nur 221 000 Euro.

Die Greifswalder Universität legte knapp 5 Millionen Euro auf die hohe Kante und verdreifachte damit innerhalb von zwei Jahren ihre Rücklagen auf nunmehr 12,3 Millionen Euro. Zudem zeigten die finanziellen Sanierungsbemühungen der Universitätsmedizin Erfolg. Die Liquidität habe sich stetig verbessert und der Medizinbereich sei nun erstmals seit 2009 schuldenfrei beim Land, erklärte das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Marie le Claire.

Noch Ende 2015 habe die Universitätsmedizin bei der Landesregierung 52 Millionen Euro leihen müssen, um ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Optimierungen in der Verwaltung, verbesserte Abrechnungsprozesse, die Einwerbung von mehr Drittmitteln und höhere Erlöse in der Krankenversorgung hätten zu der positiven Entwicklung beigetragen.

Laut Bildungsministerium stellte Mecklenburg-Vorpommern jährlich knapp eine halbe Milliarde Euro für seine Hochschulen bereit. Das seien rechnerisch rund 12 000 Euro je Student und damit die bundesweit höchsten Pro-Kopf-Ausgaben, hieß es unter Bezugnahme auf Daten aus dem Jahr 2013. Demnach lag Mecklenburg-Vorpommern auch bei den Hochschulausgaben je Einwohner mit 300 Euro im Jahr über dem Bundesdurchschnitt, der 272 Euro erreichte. Brandenburg verzeichnete mit 166 Euro die geringsten Hochschulausgaben pro Einwohner.

Allerdings bildet das Land auch selbst keine Mediziner aus. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen gelten die Universitätskliniken in Rostock und Greifswald als Kostentreiber.

Die Finanzausstattung der Bildungs- und Forschungseinrichtungen hatte in der Vergangenheit immer wieder Anlass für Streit zwischen Ministerium und Hochschulen gegeben. Der Landesrechnungshof war allerdings zu dem Ergebnis gelangt, dass die Hochschulen im Land ausreichend finanziert seien, aber effizienter arbeiten und vom Land besser kontrolliert werden könnten. An Hochschulen und Universitäten Mecklenburg-Vorpommerns sind rund 40 000 Studenten eingeschrieben.

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