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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 10:38 Uhr

Bildung : Hochschulen sitzen auf Millionen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Minister weist Forderungen nach mehr Geld zurück / Unis konnten trotz Sparkurs gute Rücklagen bilden / Rechnungshof prüft

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 07:45 Uhr

Die sechs Hochschulen des Landes sind nach Ansicht von Bildungsminister Matthias Brodkorb (SPD) hinreichend mit Geld ausgestattet. Laut aktuellen Wirtschaftsplanabschlüssen sind trotz teils rigider Sparkonzepte die Rücklagen 2013 fast überall erneut gestiegen um insgesamt 3,93 Millionen Euro, teilte Brodkorb auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der Bestand der Rücklagen umfasse nun fast 42 Millionen Euro (41,84 Millionen). Spitzenreiter ist die Uni Rostock, die durch „professionelles und nachhaltig wirkendes Finanzmanagement“ 3,63 Millionen Euro zurücklegte und 18,34 Millionen ansammelte.

Zusätzlich will das Ministerium voraussichtlich noch in dieser Woche Zuweisungen aus dem Hochschulpakt von mehr als 23 Millionen Euro ausreichen.

Die Grünen-Landtagsfraktion fordert in der laufenden Landtagssitzung erneut ein Hilfspaket. Das Land soll den Hochschulen dank sprudelnder Steuereinnahmen zunächst 20 Millionen Euro zusätzlich über einen Nachtragshaushalt bereitstellen, um steigende Studentenzahlen, Betriebskosten und die strukturelle Unterfinanzierung auszugleichen.

Die Forderung wies Brodkorb vorerst zurück: Trotz der hohen Rücklagen sei schließlich mit den Hochschulen einvernehmlich eine unabhängige Prüfung der Hochschulfinanzen durch den Landesrechnungshof vereinbart worden. „Ich gehe davon aus, dass am Ende des Prozesses alle Beteiligten die Ergebnisse grundsätzlich akzeptieren werden, Landesregierung und Hochschulen gleichermaßen.“ Vor diesem Hintergrund nennt der Minister es „nicht sachgerecht, über zusätzliche Mittel zu diskutieren, bevor Ergebnisse überhaupt vorliegen – dann hätten wir den Rechnungshof auch nicht um Prüfung bitten müssen“.

Laut den bundesweit vergleichbaren Jahresabschlüssen hat die die Hochschule Stralsund 1,2 Millionen in die Rücklage gepackt und Wismar 1,9 Millionen. Neubrandenburg verzeichnet zwar einen Negativ-Saldo, allerdings durch eine bewusste Entnahme aus der Rücklage zugunsten von Investitionen in alle vier Fachbereiche und die Bibliothek. Einziges „Sorgenkind“ ist demnach Greifswald. Die Uni entnahm der Rücklage 1,94 Millionen zur „Deckung der Kosten des laufenden Betriebs“. Dagegen verfährt die Hochschule Wismar so, dass sie einen Teil jeder Rücklage für unvorhersehbare Betriebskosten-Steigerungen reserviert. So gerät sie nicht in Not und sammelte die zweithöchste Rücklage(12,95 Millionen Euro), an.

Grünen-Hochschulpolitiker Johannes Saalfeld hatte Brodkorbs Rechnung bereits im April als irreführend bezeichnet: Die insgesamt 90 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt des Bundes seien längst im Doppelhaushalt 2014/2015 eingerechnet, die Summe gehe auf eine Bund/Länder-Einigung über die deutsche Wissenschaftsfinanzierung von April 2013 zurück, so Saalfeld.

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