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Nach Guttenberg-Skandal : Hochschulen in MV rüsten gegen Plagiate

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Ein Jahr nach der Plagiatsaffäre um die Dissertation des damaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) haben die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern gegen Täuschungen aufgerüstet.

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erstellt am 25.Jan.2012 | 08:34 Uhr

Rostock | Ein Jahr nach der Plagiatsaffäre um die Dissertation des damaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) haben die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern gegen Täuschungen aufgerüstet. Die Universität Greifswald griff dabei am tiefsten in die Tasche. 15 000 Euro Lizenzgebühren pro Jahr lässt sich die Uni ein Programm der Firma iParadigms zur Aufdeckung von Plagiaten kosten. Seit drei Wochen stellt die Hochschule allen Fakultäten die Software zur Verfügung, schreibt das Bildungsministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Johannes Saalfeld (Bündnis90/Grüne).

Zu ersten Ergebnissen sagte ein Sprecher der Greifswalder Uni : "Im Jahr 2011 gab es keine Plagiate von Dissertationen oder von Diplomarbeiten. Das schließt aber nicht aus, dass Arbeiten aus früheren Jahren als plagiatsverdächtig angezeigt werden könnten."

Kein einheitliches Vorgehen gibt es laut Antwort der Bildungsministeriums an der Universität Rostock. Am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften wurde das Programm "PlagAware" eingeführt. Dagegen vertraut die Theologische Fakultät auf "Docoloc".

"Wir schauen seit der Guttenberg-Affäre noch genauer hin", so Universitätssprecher Ulrich Vetter. Aberkennung eines Titels wegen Plagiatsvorwürfen habe es in Rostock 2011 aber nicht gegeben.

Die Fachhochschule Stralsund hat seit 2009 einen Vertrag mit dem ProfNet Institut in Münster, das einzelne Abschlussarbeiten überprüft.

Die Fachhochschule in Neubrandenburg hat keine zentrale Lösung, jeder Fachbereich nutzt eigene Anti-Plagiats-Software, sagte eine Sprecherin der Einrichtung.

Im Zusammenhang mit der Anschaffung von Anti-Plagiats-Software üben die Grünen im Landtag heftige Kritik am Bildungsministerium. Landtagsabgeordneter Johannes Saalfeld wirft Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) vor, die Hochschulen mit dem Problem allein zu lassen. "Wir brauchen eine einheitliche und zentrale Lösung", sagte Saalfeld. Fragen des Datenschutzes und der Urheberrechte seien nicht geklärt. Bei dem von der Universität Greifswald genutzten Programm würden beispielsweise Abschlussarbeiten auf ausländischen Servern landen.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte das Ministerium gestern mit: "Maßnahmen zur Bekämpfung von Plagiaten fallen in den Autonomiebereich der Hochschulen."

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