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Drogenkonsum : Hochkonjunktur für Cannabis-Plantagen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Noch nie wurden so viele Rauschgift-Pflanzungen in MV entdeckt wie in diesem Jahr

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern wird als illegales Anbaugebiet für Cannabis immer beliebter. Noch nie entdeckte die Polizei so viele Rauschgift-Pflanzungen in ausgedienten Ställen, Lagerhallen, Kellern oder Kasernen wie in diesem Jahr. 31 Hanf-Plantagen flogen in den ersten neun Monaten 2014 bereits auf, teilte das Landeskriminalamt (LKA) gegenüber unserer Redaktion mit. Im gesamten Jahr 2013 waren es 24 Anlagen und im Jahr zuvor 16, die im Nordosten aufflogen.

Bisher lag der Anbauschwerpunkt in den Niederlanden, doch seit 2000 gehen die Behörden dort massiv gegen Produzenten vor. „So finde eine Verdrängung nach Deutschland statt“, sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt. Das dünn besiedelte Mecklenburg-Vorpommern biete den Straftätern eine Vielzahl an verlassenen, abgelegenen Objekten, die für den Hanfanbau ausgebaut werden.

Die Größe der Anlagen ist unterschiedlich. Zwölf der in diesem Jahr entdeckten Plantagen hatten mehr als 100 Pflanzen und zwei Felder sogar mehr als 1000.

Die wohl skurrilste Anlage fanden die Fahnder im Juni dieses Jahres in einer Wohnung auf dem Schweriner Obotritenring. Sie stellten etwa 40 Hanfpflanzen sicher, die ein 23-Jähriger in einem umgebauten Kleiderschrank gezüchtet hatte. Eine Anwohnerin hatte sich über den strengen Geruch gewundert, der aus der Wohnung kam und die Polizei informiert.

Die landesweit bislang größte illegale Haschisch- Plantage wurde im Februar 2013 in Dettmannsdorf-Kölzow (Landkreis Vorpommern-Rügen) von der Polizei stillgelegt. Der tägliche Stromverbrauch der angeblich leerstehenden Halle durch Aufzuchtlampen, Heiz- und Trockengeräte für die mehr als 1630 Pflanzen entsprach dem mehrerer Einfamilienhäusern. Pro Ernte wären etwa 80 Kilogramm Marihuana mit einem Schwarzmarktwert von bis zu 800 000 Euro angefallen.

Die Kriminalisten gehen von einer Dunkelziffer noch unerkannter Drogenfelder aus. „Wir werden den Verfolgungsdruck auf hohem Niveau halten, sodass sich die Betreiber solcher Anlagen niemals sicher fühlen können“, sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt.

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