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Linke senkt ihr Ziel : Hinter der SPD, aber vor der AfD

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Linke in MV hat angepeilte Werte bei Bundestagswahl gesenkt

Knapp acht Monate nach der verlorenen Landtagswahl hat die Linke in Mecklenburg-Vorpommern die von Spitzenkandidat Dietmar Bartsch vorgegebenen Ziele deutlich gesenkt. Bartsch hatte im Januar noch gesagt, dass „selbstverständlich der Anspruch besteht, bei der Bundestagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 20 Prozent zu erzielen.“ Für die Parteivorsitzende Heidrun Bluhm sind eher geringere Werte realistisch. In Mecklenburg-Vorpommern hatte ihre Partei bei der Landtagswahl 2016 nur 13,2 Prozent bekommen – nach 18,4 Prozent fünf Jahre davor. Normalerweise lägen bei Bundestagswahlen die Ergebnisse um drei bis fünf Prozent besser als bei Landtagswahlen. „Alles, was zwischen 16 und 18 Prozent liegt, wäre ein Erfolg“, sagte Bluhm der Deutschen Presse-Agentur vor dem Parteitag am heutigen Sonnabend in Rostock.

Es müsse bedacht werden, dass die AfD immer noch eine Rolle spielt und die Parteienlandschaft damit insgesamt durcheinandergeraten ist. Zudem müsse noch ein möglicher Martin-Schulz-Effekt beachtet werden. „Wir würden uns freuen, wenn wir hinter der SPD, aber vor der AfD landen würden.“

Auf ihrem Parteitag möchte die Linke einen Schlussstrich unter die Aufarbeitung der Niederlage ziehen und gleichzeitig die Weichen für die Bundestagswahl stellen. „Wir hatten 2016 den klaren Kurs, dass wir mitregieren wollten“, sagte Bluhm. In mehreren Konferenzen sei viel darüber gesprochen worden, ob diese Aussage falsch gewesen sei. „Wie man aus der Opposition heraus Bürgeranliegen in die Politik tragen kann, zeigt die aktuelle Landtagsfraktion.“

Auch habe es in den Gesprächen zur Wahlaufarbeitung Kritik an der alleinigen Ausrichtung auf den Spitzenkandidaten Helmut Holter gegeben. „Holter hat getan, was er tun konnte“, attestierte ihm Bluhm. Er sei nicht der falsche Kandidat gewesen, die Partei habe ihn die ganze Zeit über getragen. „Wahlen gewinnt man zusammen, Wahlen verliert man zusammen.“

Allerdings sei auch klar, dass die Wahlniederlage nicht nur an der Ausrichtung der Linken selbst lag, betonte die Bundestagsabgeordnete. So sei die Partei zu wenig in der Fläche vertreten gewesen, deshalb sei es der AfD gelungen, den dort frei werdenden Raum zu besetzen.

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