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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 20:45 Uhr

Himbeer-Bombe für Berlin

vom

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erstellt am 26.Feb.2013 | 10:32 Uhr

Malchow/Berlin | Himbeere, Bananen , Orangensaft und viel Eis - alles in einen Mixer und heraus kommt die "Himbeer- Bombe". "Das ist unser Renner", so Tim Müller. Er hatte vor knapp zwei Jahren die Idee, eine Schülerfirma an der Fleesenseeschule in Malchow zu gründen. Und die läuft besser denn je. Jeden Mittwoch in der großen Pause treffen sich die sechs Gesellschafter der Firma "TheFruitBar" in der Lernküche der Schule und fangen an, ihr selbst eingekauftes Obst zu schnippeln und es in verschiedenen Variationen zu Smoothies, Getränken aus gemixtem Obst, zu verarbeiten. Bis zu 40 Euro nehmen die Schüler an einem Tag ein. Zurzeit hilft sogar eine Praktikantin aus, und zwei Spülhilfen unterstützen das Team.

Mit dem Konzept des nachhaltigen Wirtschaftens hat die Schülerfirma bereits den zweiten Platz beim Wettbewerb "Nachhaltig wirtschaften - mehr als nur eine Idee" belegt. Auch beim IHK- Schulpreis 2012 ist sie Zweiter geworden. Den ersten Platz belegte die "FruitBar" vergangenes Jahr bei der Schülerfirmenlandesmesse in Rostock in der Kategorie "Produktion".

Ab heute werden die Schüler auf der 6. Internationalen Schülerfirmenmesse in Berlin vertreten sein, auf der sich an zwei Messetagen 65 Schülerfirmen aus dem In- und Ausland als Aussteller präsentieren. Vier weitere kommen aus unserem Bundesland. Unter den ausländischen Gästen befinden sich Firmen aus Nordirland, den Niederlanden und aus Schweden.

"Wir haben Flyer in drei Sprachen entworfen und ein Infoblatt mit allen Daten unserer Firma", erzählt Tim. An ihrem Stand wird ein riesiger Trinkbecher stehen. "Den hat die Heimwerk und Bastel AG freundlicherweise für uns gebastelt. In den großen Strohhalm können unsere Kunden dann ihre leeren Becher einwerfen." Und auch die "Himbeer-Bombe" kann von den Gästen in Berlin probiert werden. "Es macht einfach Spaß, alles zu managen. Und es ist toll, mit den Leuten zusammen zu arbeiten und die Getränke zu produzieren", erzählt der Geschäftsführer begeistert.

40 bis 50 Becher werden jede Woche verkauft. Über zehn Rezepte haben die Schüler bereits gemeinsam kreiert. Einen Euro pro Becher nehmen sie ein, plus 20 Cent Pfand. Denn hinter der Geschäftsidee steckt noch viel mehr als nur ein gesunder Pausensnack. Nachhaltigkeit wird bei der "FruitBar" groß geschrieben. Die Trinkbecher und Strohhalme bestehen aus einem kompostierbaren Material. Geschreddert kommen sie später auf den schuleigenen Kompost. "Wir haben den Komposter von unserem ersten Gewinn gekauft. Damit auch alle Becher an uns zurückkommen, haben wir das Pfandsystem eingeführt", erklärt Manuela Weiße, die die Schüler in ihrem Projekt begleitet. "Als die Schüler mich fragten, ob ich sie betreuen würde, dachte ich auch nicht, dass so viel dahinter steckt. Ich dachte, sie stellen sich hin und verkaufen ein bisschen Saft." Die Aufgaben in der Schüler-GmbH sind klar strukturiert. Tim Müller ist Geschäftsführer. Sein Stellvertreter ist der Achtklässler Chris Niemann. Weiter besteht die Firma aus einer Marketingabteilung, dem Einkauf, der Finanzabteilung, der Herstellung, dem Verkauf und der Aufsicht. Bevor es richtig losging mit der Produktion, mussten sich die Jugendlichen ein halbes Jahr lang mit wirtschaftlichen Aspekten beschäftigen, einen Gesellschaftervertrag und einen Kooperationsvertrag mit der Schule erstellen. Denn das Mini-Unternehmen ist kein Planspiel, es geht um echtes Geld.

2012 war für die Schülerfirma ein Riesenerfolg. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen 2000 Euro allein aus Preisgeldern. Den Gewinn haben sich die Jugendlichen aufgeteilt. 50 Prozent bekamen sie ausgezahlt und 50 Prozent wurden für einen guten Zweck gespendet. "Davon haben wir fünf Obstbäume gekauft und sie der Schule gespendet", erklärt die Lehrerin. "Hier findet der Kreislauf wieder zusammen. Die Bäume werden mit unserem Kompost gedüngt und geben uns später das Obst für die Smoothies."

"Dieses Jahr wollen wir uns wieder mehr auf die Schüler der Fleesenseeschule und auf unser Angebot konzentrieren. Die Preisgelder wollen wir sinnvoll investieren", so Weiße. Eine neue Geschäftsidee haben die Schüler bereits. Sie wollen sich als nächstes eine sogenannte Slushy-Maschine zulegen. "Slushies sind Eisgetränke, die leider oftmals mit vielen ,Es, also Konservierungsstoffen, hergestellt werden. Das kann ,TheFruitBar besser."

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