Opferschutz : Hilfe für Kinder vor Gericht

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Uta-Maria Kuder (CDU), Justizministerin in Mecklenburg-Vorpommern, will während ihres Vorsitzes in der Justizministerkonferenz 2014 den Opferschutz in Deutschland verbessern.

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30. Dezember 2013, 11:30 Uhr

Schwerin  Uta-Maria Kuder (CDU),  Justizministerin in  Mecklenburg-Vorpommern, will während ihres Vorsitzes in der Justizministerkonferenz 2014 den Opferschutz in Deutschland verbessern. Dazu will sie die in MV praktizierte Prozessbegleitung von Kindern und Jugendlichen, die Opfer eines Verbrechens wurden, bundesweit etablieren.

„Dazu wird es im April eine große Veranstaltung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns in Berlin geben, mit prominenten Verbrechensopfern, die beschreiben, wie schwer schon ihnen als gestandenen Erwachsenen die Zeit der Gerichtsverhandlung bis zur Verurteilung des Täters gefallen ist“, sagte Kuder. Seit dem Jahr 2010 begleiten Sozialpädagogen im Nordosten junge Verbrechensopfer zu den Verhandlungstagen, erklären ihnen, wie das Gerichtsverfahren abläuft und was sie erwartet. „Sie helfen den Familien in dieser schwierigen Zeit auch, wenn das Kind plötzlich in der Schule abrutschen sollte“, sagte Kuder. Bisher haben die speziell geschulten Sozialpädagogen rund 120 junge Opfer bis zum Alter von 21 Jahren an den Landgerichten Schwerin und Neubrandenburg begleitet.

Laut Kuder sind die Erfahrungen von Richtern, Anwälten, Eltern und Betroffenen so gut, dass das Projekt „Psychosoziale Prozessbegleitung“ 2014 auch auf die Landgerichte in Rostock und Stralsund ausgeweitet werden soll. Der Landtag hat dafür zusätzlich 175 000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt, so Kuder. Es sei ihr ein Anliegen, die psychosoziale Prozessbegleitung bundesweit zum Standard zu machen. Ein weiteres Modell, das die Ministerin gerne aus MV in die anderen Bundesländer exportieren möchte, ist die engere Verzahnung von Justizvollzug und Bewährungshilfe. Dazu müssten auf Bundesebene noch datenschutzrechtliche Fragen geklärt werden, sagt sie. „Die Mitarbeiter im Strafvollzug sind unsicher, welche Daten über den zu entlassenden Häftling sie ohne Weiteres an den Bewährungshelfer weitergeben können.“ 

In MV wurde hierfür ein Landesamt für Straffälligenarbeit gegründet, das die Einhaltung der von Richtern angeordneten Auflagen für haftentlassene Straftäter koordiniert. Dabei handele es sich um Auflagen wie Alkoholverbot oder das Meiden bestimmter Orte. „Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Landesamt sind sehr gut“, sagte die Ministerin.

So habe die Zahl der Strafanzeigen wegen Verstößen gegen richterliche Auflagen deutlich zugenommen. „Die Kontrolle ist engmaschiger geworden“, sagte die Ministerin. Iris Leithold

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