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Hier wohnen ab Juni die gefährlichsten Täter

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erstellt am 29.Apr.2013 | 10:11 Uhr

Bützow | Die gefährlichsten Gewaltverbrecher in Mecklenburg-Vorpommern bekommen ein neues Zuhause. Bis zum 1. Juni soll ein neugebauter Komplex zur Sicherungsverwahrung in Bützow bezugsfertig sein. "Wir liegen absolut im Zeitplan", sagte Jens Kötz, Sprecher der Justizvollzugsanstalt Bützow, gestern beim Ortstermin. In dem dunkelroten Unterkunftsgebäude für maximal 20 Insassen fehlt nur noch der Innenausbau. Ein zweites Gebäude für Therapie und Verwaltung ist im Rohbau fertig und wird vorausichtlich am 31. Juli übergeben. Sechs Meter hohe Sicherheitszäune grenzen den Komplex bereits gegenüber der Justizvollzuganstalt Bützow ab.

Etwas mehr als 20 Quadratmeter Wohnfläche, ein Bad mit Dusche, eine schmale Küchenzeile, vergitterte Fenster und eine Terrassentür aus Sicherheitsglas - so sieht die Zelle eines Gewaltverbrechers künftig aus, bei dem zum Schutz der Bevölkerung nach Verbüßung seiner Haftstrafe Sicherungsverwahrung angeordnet wurde. Der insgesamt 11 Millionen Euro teure Bau war nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts notwendig geworden. Die Richter in Karlsruhe hatten im Mai 2011 entschieden, dass Sicherungsverwahrte besser behandelt werden müssen, da sie ihre Haftstrafe verbüßt haben. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Sicherungsverwahrung in Deutschland als "verkappte Strafverlängerung" bezeichnet. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit acht Sicherungsverwahrte.

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