Hier wird es für Radfahrer gefährlich

Buckeliges Kopfsteinpflaster in der Puschkinstraße erschwert vielen Pedalrittern das Vorankommen.
1 von 3
Buckeliges Kopfsteinpflaster in der Puschkinstraße erschwert vielen Pedalrittern das Vorankommen.

von
11. Mai 2012, 07:56 Uhr

Schwerin | Eher autogerecht statt fahrradfreundlich - oder fühlen sich Fahrradfahrer auf Schweriner Straßen wirklich sicher? Generell schon, aber es gebe noch viele gefährliche Ecken, so die Meinung von Roberto Koschmidder vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Schwerin.

"Das Paradebeispiel für eine schlechte Radverkehrsführung ist die Wismarsche Straße", sagt er. Dort werde der Radfahrer von der Straße auf den Fußweg verbannt und müsse nicht selten Slalom um Fahrgäste an Straßenbahnhaltestellen fahren. In der Mecklenburgstraße holt das Ordnungsamt täglich zahlreiche Pedalritter von ihren Drahteseln. Die Stadt hat, so lange dort die Busse rollen, ein Fahrradverbot über die Fußgängerzone verhängt. Bis Ende September heißt es täglich von 10 bis 18 Uhr: Absteigen und schieben! "Aber das Problem ist viel breiter", sagt Koschmidder. "Kopfsteinpflaster ist das Reizthema für jeden Radfahrer." Ob Alter Markt oder Puschkinstraße - die Pisten sind bucklig und werden von Radlern gemieden. Kommen diese nicht voran, weichen sie auf den Gehweg aus und verärgern wiederum die Fußgänger. Bei der gewollten Kombination von Fuß- und Radweg entlang der Werderstraße kollidieren Fußgänger und Radfahrer wiederholt miteinander. "So kommen wir nicht weiter", so Koschmidder. Die Stadt ist gefragt. Doch deren Mittel sind begrenzt, die Stadtkasse leer. Für Fahrradfahrer wird nur wenig investiert - dank einer reichen Förderung will die Verwaltung am Westufer des Ziegelsees einen Radweg aus dem Boden stampfen. Auch am Platz der Jugend rollen Radfahrer gefährlich. Wer aus der Goethestraße kommt und in die Johannes-Stelling-Straße will, muss theoretisch drei Straßen überqueren, um sich an die Verkehrsregeln zu halten. Die Stadt will schon seit Monaten einen direkten Weg über die Graf-Schack-Allee bauen, allein der Geldmangel scheint sämtliche Radwegpläne auszubremsen. Aber ist Schwerin eigentlich eine Radfahrerstadt? Im Vergleich gesehen leben in der Landeshauptstadt eher Radmuffel. Jeder Einwohner legt nach Angaben der Stadt im Schnitt nur zehn Prozent seiner anfallenden Wege mit dem Drahtesel zurück. Zum Vergleich: In Greifswald seien es etwa 35 Prozent, wie eine statistische Erhebung belegt. Dafür steigen zahlreiche Schweriner in Bus und Bahn.

SVZ-Redakteur Bert Schüttpelz steigt am Wochenende selbst in den Bus. Er berichtet in der Montagsausgabe der SVZ, wie stark die zahlreichen Umleitungen in Schwerin den Nahverkehr beeinflussen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen