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Großer Radwegetest MV : Hier ist Radfahren lebensgefährlich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aktion des medienhaus:nord und des BUND: 60 schlechte Radewege bislang auf interaktiver Karte markiert.

von
erstellt am 24.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Sand auf der Bahn, zu hohe Bordsteine, fehlende Markierungen – viele Radwege in Mecklenburg-Vorpommern sind in einem miserablen Zustand. Das zeigt nun auch unsere Aktion „Leser testen Radwege“. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben wir unsere Leser aufgefordert, in einer Online-Karte die Orte einzutragen, an denen es mit dem Fahrrad besonders holpert. Knapp 60 Wege wurden bisher markiert.

„Der Radweg von Lützow (bei Gadebusch) ab Ortsausgangsschild Richtung Renzow ist gepflastert. Über die Jahre sind so viele Pflastersteine abgesackt und damit in einem dermaßen schlechtem Zustand, dass auf dem Weg bereits Radfahrer verunglückt sind“, schreibt ein Nutzer beispielsweise in die Karte. Zu dem Pfad am Forsthof in Blankenberg bei Wismar vermerkt ein anderer: „Dies ist ein offizieller Radweg, jedoch stark versandet, sodass oft nur noch Fahrradschieben möglich ist.“

Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND, freut sich über die Resonanz: „Die Reaktionen zeigen genau die Sachen, die wir vermutet haben.“ Löcher, Spalten, Huckel oder verwirrende Schilder erschweren Radlern im Land immer mehr das Leben. „Überrascht hat uns, dass doch viele Radwege in der Landschaft markiert wurden. Dafür sind nicht nur die Bürgermeister, sondern auch die Landschaftsplanung zuständig“, sagt Cwielag.

Doch auch in den Städten sieht die Situation nicht besser aus. In Rostock am Hanne-Nüte-Weg gebe es „zu wenig Platz auf der Wartefläche an der Ampel“, heißt es in einem Eintrag. „Gefährlich, da dort auch Straßenbahnen fahren.“ Besonders viele Probleme scheint es in der Landeshauptstadt Schwerin zu geben. Alleine hier wurden zehn Wege markiert. „Vom Marienplatz bis zum Bahnhof: kein Raum und Schutz für Radfahrer neben den Straßenbahngleisen“, wird zum Beispiel kritisiert.

Der BUND will die Hindernisse für Fahrradfahrer an Städte, Gemeinden und Verkehrsplaner des Landes melden und die Verantwortlichen auffordern, mehr in die Radverkehrsinfrastruktur zu investieren. „Jede Meldung auf der Karte bringt mehr Druck für bessere Fahrradwege in der Region“, meint Corinna Cwielag. Ein besonders großes Problem zeigt sich auch beim Lückenschluss in MV. In der Vergangenheit sei der Radwegebau nicht gut abgestimmt worden, wodurch häufig Wege im Nichts enden, kritisiert der BUND. Das zeigen auch die Beanstandungen unserer Leser: „Ein Radweg zwischen Güstrow und Kritzow weiter nach Laage wird seit Jahren von Bürgern und Gemeinden entlang der B103 gefordert. Muss da erst jemand zu Schaden kommen“, schreibt ein Nutzer. Bei einer anderen Markierung steht: „Auf der B106 zwischen Ludwigslust und Schwerin fehlen mehrere Kilometer Radweg. Die Verkehrsteilnahme von Radfahrern auf diesem Abschnitt ist lebensgefährlich.“

Kennen Sie ebenfalls Radwege, die im Nichts enden oder durch den maroden Zustand kaum noch befahrbar sind? Fehlen Markierungen und Wegweiser? Helfen Sie mit und tragen Sie Probleme in unsere Online-Karte ein.

Wo gibt es Probleme?

 

>> Hier geht es zur Webseite des BUND

>> Alles rund um die Radwege in MV lesen Sie in unserem Dossier

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