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Ausstellung „Pipeline Archäologie" : Hickhack um große Archäologie-Schau

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Um die geschlossene Ausstellung des archäologischen Landesmuseums im Güstrower Schloss ist ein Streit zwischen dem Staatlichen Museum Schwerin und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur entbrannt.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2012 | 04:11 Uhr

Güstrow/Schwerin | Um die mittlerweile geschlossene Ausstellung "Pipeline Archäologie - Ausgrabungen auf den großen Erdgastrassen in MV" des archäologischen Landesmuseums im Güstrower Schloss ist ein Streit zwischen dem Staatlichen Museum Schwerin und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur entbrannt. Für Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, steht fest: "Die Ausstellung kommt aus dem Schloss weg. Eine Verlängerung ist nicht geplant." Das sieht das Bildungsministerium ganz anders. "Die Ausstellung bleibt in Güstrow. Sie wird offen gehalten und es gibt keinen Endtermin", sagte gestern Johanna Herrmann, Pressesprecherin des Bildungsministeriums, auf SVZ-Nachfrage.

Die Fronten scheinen verhärtet. Blübaum und auch Regina Erbentraut, Leiterin des Güstrower Schlosses, wollen die große Landesschau unbedingt los werden, weil sie nicht in das Ausstellungskonzept des Schlosses und des Staatlichen Museums Schwerin allgemein passe. Der ehemalige Bildungsminister Henry Tesch (CDU) hatte die Archäologie-Ausstellung vergangenen August jedoch eigenmächtig durchgesetzt, wollte das Güstrower Renaissanceschloss damit gar zu einem dauerhaften Ausstellungszentrum für die archäologischen Schätze Mecklenburg-Vorpommerns machen. "Das war mit uns nicht abgesprochen. Wir haben aber auf Wunsch des Ministeriums den Platz für die Ausstellung zur Verfügung gestellt", sagt Blübaum heute. Allerdings sei immer klar gewesen, dass die Schau nur bis Ende 2011 laufe. Ex-Minister Tesch hatte hingegen bei der Eröffnung im August kein Enddatum genannt.

Auf diesem Standpunkt steht das Bildungsministerium auch unter dem neuen Minister Mathias Brodkorb. "Es handelt sich um eine Dauerausstellung für Güstrow. Eine Wanderausstellung ist nicht beabsichtigt", so Ministeriumssprecherin Johanna Herrmann. Momentan sei die Archäologie-Schau im Schloss nur geschlossen, weil noch die Finanzierung für die Aufsicht geklärt werden müsse. Blübaum macht hingegen ganz klar: "Diese Ausstellung passt weder zu unserem Konzept noch zum Renaissanceschloss." Zurzeit ist unklar, wann oder ob es überhaupt mit der Schau in Güstrow weitergeht.

Die Ausstellung "Pipeline Archäologie" erstreckt sich über zwei Ebenen in bisher nicht genutzten Räumen des Schlosses. Rund 400 Exponate aus einem Zeitraum von 12 000 Jahren, von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Neuzeit, werden auf einer Ausstellungsfläche von 250 Quadratmetern gezeigt. Die Funde hatten Archäologen bei Bauarbeiten für die beiden Erdgas-Fernleitungen Opal und Nel in Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Laut Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege kamen seit August mehrere Tausend Besucher ins Schloss, um die Schau zu sehen. Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen bezeichnet die ausgestellten Funde als "fantastisch".


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