Geschnallt? : Heute Kontrollen vor Kitas und Grundschulen

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Landesverkehrswacht und Polizei wollen mit gemeinsamer Aktion für altersgemäße Sicherung im Auto werben

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27. März 2014, 07:45 Uhr

Eltern, die ihr Kind heute früh in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Auto in eine Kindertagesstätte oder Grundschule bringen, müssen mit gezielten Verkehrskontrollen rechnen. Landesverkehrswacht und Polizei überprüfen in einer gemeinsamen Aktion, ob kleine Mitfahrer altersentsprechend gesichert sind. Dabei haben sie kurzfristig noch einmal umgeplant, nachdem am zu Wochenbeginn bekannt wurde, welche Kindertagesstätten heute bestreikt werden. Statt vor Kitas in öffentlicher Hand werde nun vor Einrichtungen privater oder gemeinnütziger Träger kontrolliert, hieß es bei der Verkehrswacht.

„Kinder werden zwar auf der Autobahn fast immer im Kindersitz gesichert, auf Landstraßen und in der Stadt ist die Sicherungsquote mit 90 beziehungsweise 83 Prozent jedoch deutlich geringer“, weiß Andrea Leirich, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht in Schwerin. Die Folgen können für die Mädchen und Jungen lebensbedrohlich sein: Jährlich verunglücken in Mecklenburg-Vorpommern etwa 150 Kinder unter zehn Jahren als Mitfahrer im Auto, so Leirich. Vor allem die unter 6-Jährigen seien im Straßenverkehr nicht etwa als Fußgänger oder Radfahrer besonders gefährdet, wie das Gros der Eltern annimmt. Mehr als die Hälfte aller Unfallopfer in dieser Altersgruppe verunglückt als Mitfahrer in einem Pkw.

Die Landesverkehrswacht hat vor diesem Hintergrund zusammen mit der Polizei und weiteren Partnern die Kampagne „100 % geschnallt?!“ gestartet. Außer Kontrollaktionen wie der heutigen und anderen Aktivitäten vor Ort beinhaltet sie auch eine Plakataktion, bei der ab September einhundert Kinder aus allen Teilen des Landes für mehr Sicherheit werben sollen.

„Hauptproblem ist, dass Kinder nicht altersgerecht gesichert sind“, weiß Andrea Leirich. Vor allem bei Kindern ab acht Jahren nutzten Eltern oft Rückhaltesysteme, für die ihre Kinder noch zu klein seien. Die Folge: Gurte verlaufen nicht richtig und können bei einem Unfall in den Bauchraum oder den Hals einschneiden. Oft seien es in diesem Alter die Kinder selbst, die sichere Rückhaltesysteme verweigerten und auf einer Sitzerhöhung oder dem Anschnallen mit lediglich dem Erwachsenengurt bestehen, weiß Leirich. Aber: „Hier haben Kinder nichts zu sagen – das ist wie Zähneputzen“, betont sie.

Wer heute sein Kind nicht oder nicht altersgerecht gesichert hat, wird bei einer Überprüfung lediglich ermahnt und bekommt gegebenenfalls ein „Mandat aus Kinderhand“. Scharfe Kontrollen sind ab September vorgesehen, kündigt Andrea Leirich schon jetzt an. Wer sein Kind dann ungesichert im Auto mitnimmt, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro – bei mehreren Kindern 50 Euro – und einem Punkt in Flensburg rechnen. Ist das Kind zwar gesichert, aber nicht vorschriftsgemäß, etwa weil der Kindersitz nicht die ECE-Prüfnorm 03 oder höher erfüllt, fällt ein Verwarnungsgeld von 30 Euro an, bei mehreren Kindern sind es 35 Euro.

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