Gesundheit MV : Hesse: Jobs für Amtsärzte attraktiver machen

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Sozialministerin fordert höhere Gehälter für Mediziner im Behördendienst. Opposition: Kommunen fehlt Geld

svz.de von
27. Juni 2016, 12:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) will das Image des öffentlichen Gesundheitsdienstes stärken. Der zentrale Punkt, um junge Ärzte dorthin zu locken, sei die Bezahlung, sagte Hesse vor der Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch und Donnerstag in Warnemünde. Diese müssten dem Gehaltsniveau in Krankenhäusern angepasst werden, wo deutlich mehr verdient werde. Zu den Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes gehören unter anderem die Schuluntersuchungen, Impfungen oder die Überwachung der Krankenhaushygiene.

Nach früheren Angaben des Bundesverbands der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) liegt der Gehaltsverlust beim Wechsel von der Klinik ins Amt bei rund 1000 Euro monatlich. Im Jahr 2014 gab es in Deutschland knapp 400 Gesundheitsämter, in denen rund 17 000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Zahl der Ärzte sei seit 1995 um 33 Prozent auf 2528 im Jahr 2014 zurückgegangen.

Die Personalknappheit führe dazu, dass die gesetzlichen Aufgaben nur mehr schwer zu erfüllen sind. „Wenn man die Qualität in diesem Bereich halten will, muss man sich über die Bezahlung Gedanken machen“, sagte Hesse mit Blick auf die zuständigen Landkreise. „Es ist auch möglich, in diesem Bereich Zulagen zu zahlen.“

Die Schulexpertin der linken Landtagsfraktion, Simone Oldenburg, kritisierte, dass das Landesgesetz für der öffentlichen Gesundheitsdienst nicht eingehalten wird. „Das finde ich frevelhaft.“ Die Kommunen seien finanziell nicht ausreichend ausgestattet. Hesse habe versprochen, sich bei Innenminister Lorenz Caffier (CDU) für mehr Stellen einzusetzen. Bis heute sei nichts geschehen. Der Gesundheitsdienst habe zudem für die schwache personelle Ausstattung zu viele Aufgaben. Es gehe nicht nur um bessere Bezahlung, sondern auch um zusätzliche Stellen, betonte Oldenburg.

Nach dem Willen von Hesse muss der öffentliche Gesundheitsdienst bereits im Medizinstudium mehr Beachtung finden. Dazu gehörten der Bereich Gesundheitsschutz wie Hygiene, Sucht- oder Schwangerenberatung. Der Arzt im öffentlichen Gesundheitsdienst sei eher präventiv tätig und dafür da, dass die Menschen in seinem zuständigen Bereich nicht krank werden.

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