Treffen im Kultusministerium : Herzogin verhandelt über Kunstschätze

Donata Herzogin zu Mecklenburg von Solodkoff  kommt heute zu Verhandlungen nach Schwerin. Foto:kawi
Donata Herzogin zu Mecklenburg von Solodkoff kommt heute zu Verhandlungen nach Schwerin. Foto:kawi

Der Streit mit der mecklenburgischen Herzogsfamilie um den Ankauf von 259 Kunstwerken soll beigelegt werden. Heute trifft sich der Kultusstaatssekretär mit der Eigentümerin Donata zu Mecklenburg von Solodkoff.

svz.de von
20. März 2013, 07:25 Uhr

Schwerin | Der Streit mit der mecklenburgischen Herzogsfamilie um den Ankauf von 259 Kunstwerken soll beigelegt werden. Heute wird sich Kultusstaatssekretär Sebastian Schröder (SPD) mit der Eigentümerin Donata zu Mecklenburg von Solodkoff im Kultusministerium treffen, um die schon mehrfach für beendet erklärten Gespräche doch noch fortzusetzen. Das Ministerium reagiert damit auf ein Schreiben und das Gesprächsangebot der Herzogin von Anfang Januar.

Im Herbst noch hatte Donata zu Mecklenburg die jahrelangen Verhandlungen nach diversen Streitereien für gescheitert erklärt. Die Herzogin hatte damals ihre Rückforderung der Kunstwerke damit begründet, dass der Bildungsminister ihr angekündigt habe, die Kunstgegenstände in das "Verzeichnis des national wertvollen Kulturguts" einzutragen. Nach dem Kulturschutzgesetz verhindert eine solche Eintragung den Verkauf der Güter ins Ausland. In einem persönlichen Brief habe Sellering daraufhin bekräftigt, dass die Landesregierung die Verhandlungen fortsetzen und eine faire Lösung finden will.

Die Sammlung hat einen geschätzten Wert von 7,9 Millionen Euro: Ölgemälde, Möbel, Büsten, Porzellan und Waffen, die der mecklenburgischen Herzogsfamilie gehören. Inzwischen sind die Gegenstände im Bundesanzeiger veröffentlicht und die Kulturgut-Eintragung ist beantragt. Heute soll es dem Vernehmen nach darum gehen, dass von den Anwälten der Herzogin ausgelotet werden soll, ob die Gegenstände tatsächlich als Kulturgut eingetragen sind - oder ob eine Revision dieses Schrittes möglich ist. Andererseits steht Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) unmittelbar vor den Haushaltsverhandlungen für die Jahre 2014/2015. Wenn er die inzwischen auf geschätzte zehn Millionen Euro angewachsenen Ankaufkosten aufbringen will, dann müsse er sie in diese Verhandlungen einbringen, heißt es. Seit 2005 schwelt der Streit über die in den Museen des Landes gezeigten Kunstschätze der großherzoglichen Familie. Ein von der Landesregierung angestrebter Erwerb gegen Bargeld und im Tausch gegen 390 Hektar Wald war im Wahlkampf 2011 geplatzt, nachdem eine Welle der Empörung durch das Land geschwappt war. Illusorisch erwies sich das Liebäugeln mit einer Schenkung. Dennoch stellte die rot-schwarze Koalition keine Mittel für den Kauf in den Haushalt 2012/2013 ein.

Recherchen unserer Zeitung zufolge geht man beim Auktionshaus "Christie’s" davon aus, dass bei Einzelversteigerungen der Stücke 9,7 Millionen Euro erzielbar wären. Die Kulturstiftung der Länder hatte empfohlen, die Kunstsammlung für 7,9 Mio. Euro anzukaufen. Das Land hat noch bis Ende 2014 das Nießbrauchsrecht an den Gegenständen, dann müssen sie zurückgegeben werden. Allerdings könnten sie mit einer Eintragung in die Liste des Kulturguts nicht mehr ins Ausland verkauft werden.

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