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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 10:32 Uhr

Herz-Schmerz am Ostseestrand

vom

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2012 | 10:40 Uhr

Heiligendamm | Strahlend blauer Himmel über dem ältesten Seebad des Landes, lauer Wind, pralle Sonne: Das Team, das in Heiligendamm "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt" nach dem gleichnamigen Bestseller dreht, hatte gestern Kaiserwetter.

Am sonnigen Strand mal abschalten - darum geht es auch der Heldin Doris Goldstein-Wagner (Christine Neubauer), die kurz vor ihrem 50.Geburtstag aus der Routine ausbricht, um sich selbst neu zu definieren. Oder, wie es Romanautorin Dora Heldt - die eigentlich Bärbel Schmidt heißt - am Rande der Dreharbeiten ausdrückt: "Sie treibt der Wunsch, dass nicht alles bis zu ihrem Tod so weitergeht."

Ein Happy-End gebe es, wie in allen ihren Büchern, verrät die Autorin: "Ich möchte einfach, dass die Leser, wenn sie das Buch zuklappen, denken: Hach, wie schön." Actionszenen und Gewalt dagegen haben Hausverbot bei Dora Heldt.

Für die Verfilmung greift Produzent und Regisseur Mark von Seydlitz auf einige der bekanntesten Darsteller zurück, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat: Neben Christine Neubauer spielen Birge Schade und Gesine Cukrowski die weiblichen Partien, TV-Beau Markus Knüfken ist der "Life coach" Georg.

Als Kulisse für die TV-Version des verwickelten Selbstfindungswochenendes dient das Grandhotel Heiligendamm. Mark von Seydlitz, auch bei den drei bisherigen Verfilmungen von Dora-Heldt-Romanen Regisseur und Produzent, wählte diesen Drehort, "weil er ein sehr schönes Motiv abgibt und alle Möglichkeiten bietet". Anders als auf Sylt, wo die vorherigen Verfilmungen gedreht wurden, sei hier alles vor Ort, so der Gründer der Produktionsfirma "made in munich", die den TV-Film im Auftrag des ZDF fabriziert. In Heiligendamm werden beinahe sämtliche Innen- und Außenaufnahmen gedreht. Bis auf die Strandszenen. Dafür zieht das Filmteam in zehn Tagen auf den Darß um. Mark von Seydlitz bemüht für den Drehort Grandhotel einen erlesenen Vergleich: "Wie in einem Stück von Ionesco bildet das Seeschloß den Kulminationspunkt des Geschehens." Nebenbei: Der Film entstehe ohne jegliche Fördermittel.

Und wohl hauptsächlich für weibliche TV-Zuschauer? Die Leser der Bücher seien überwiegend weiblich und über 40, gibt Autorin Heldt zu: "Bei 200 Leuten sind vielleicht auch mal sechs Männer dabei - aber das ist selten."

Hauptdarstellerin Christine Neubauer hadert ein wenig mit der großen "50", die sie selbst erst vor kurzem erreicht hat. Sie stört sich daran, dass in Berichten stets ihr Alter genannt wird: "Ich würde dann auch noch anbieten, vielleicht das Gewicht dazuzuschreiben." Neubauer hat als Autorin der Buchreihe "Vollweib" viel Erfolg gehabt, dennoch speckte sie vor ihrem 50. Geburtstag erheblich ab. "Ich bewege mich sehr viel, ernähre mich gesünder", sagt sie. Davon könne sie nicht einfach lassen und sich plötzlich für eine Rolle wieder mehr Pfunde zulegen. Unerwarteter Nebeneffekt: Für die Dreharbeiten in Heiligendamm muss das Ex-Vollweib einen "Fat-Suit" tragen, der Übergewicht simuliert.

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