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Postzustellung MV : Hermes-Kunden brauchen Geduld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als zwei Wochen Wartezeit: Die Insolvenz des Transportpartners LVG sorgt für Verzögerungen bei Paketauslieferungen

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Chaos bei Hermes: Der Paketdienst hat derzeit Probleme mit der Auslieferung von Paketen. Betroffen sind die Standorte Schwerin, Rostock, Wismar, Parchim, Perleberg und Redefin, sagt Hermes-Sprecher Ingo Bertram gestern. Hintergrund ist die Insolvenz der Lager- und Vertriebsgesellschaft LVG mit Sitz in Schwerin. „Die LVG zählte bis zur Einstellung des Betriebes am 1. Juli zu unseren Transportpartnern“, verdeutlicht Bertram. Bereits seit zwei Wochen kämen die Pakete deshalb verspätet bei den Kunden an. „Derzeit sind Zusteller aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz, um die Rückstände abzubauen. Es werden Sondertouren gefahren“, heißt es von Hermes. Bertram könne verstehen, wenn die Kunden wütend sind, aber dennoch nur um Geduld bitten: „Gerade in Rostock und Wismar wird es in dieser und der nächstern Woche noch zu Verspätungen kommen.“ Den Wegfall eines Servicepartners zu kompensieren, sei auch für ein Logistik-Imperium wie Hermes keine leichte Aufgabe. „Die Betriebsaufgabe der LVG kam so plötzlich, dass man sich nicht frühzeitig um Ersatz kümmern konnte“, wirbt Bertram um Verständnis.

Die für das Verfahren beauftragte Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde, Partnerin der Wirtschaftskanzlei „White & Case“ relativiert diese Aussage: „Der Hauptauftraggeber wollte nicht länger mit der LVG zusammenarbeiten.“ Nur ist der Hauptauftraggeber Hermes. Differenzen in der „Durchführung der Geschäftsbeziehungen“ und der Bezahlung hätten letztlich zu der Entscheidung geführt, verdeutlicht Schmudde.

Für sechs der neun LVG-Standorte seien bereits Nachfolgelösungen gefunden worden – wieder mit Hermes. „Die Mitarbeiter bekommen neue Verträge“, sagt Schmudde. Die drei anderen Standorte in Bernau, Neukloster und Fürstenberg seien bereits geschlossen worden. 92 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. „Nach jetzigem Stand konnten wir 55 in eine neue Anstellung bringen“, beschwichtigt die Insolvenzverwalterin.

Derweil weist Ingo Bertram darauf hin, dass Kunden, die für eine Expresslieferung gezahlt haben und dafür entschädigt werden wollen, den „Versender der Ware“ kontaktieren müssen. „Ansprechpartner ist immer der Online-Shop, der uns über eine Beschwerde mit einer Schadensmeldung informiert.“

Laut dem Statistik-Portal Statista ist Hermes der drittgrößte Paketdienstleister in Deutschland mit einem Marktanteil von 14 Prozent. Marktführer ist demnach DHL mit 49 Prozent, gefolgt von DPD mit 16 Prozent. Insgesamt werden bundesweit inzwischen mehr als drei Milliarden Sendungen pro Jahr transportiert und zugestellt.

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