Kohl-Gedenkstein in Teterow : Helmut neben Otto

Der etwa 1,40 Meter hohe Gedenkstein für Altkanzler Helmut Kohl (1930-2017)  Fotos: stefan sauer, Arno Burgi
Der etwa 1,40 Meter hohe Gedenkstein für Altkanzler Helmut Kohl (1930-2017) Fotos: stefan sauer, Arno Burgi

Teterow hat die Standortsuche für den ersten Kohl-Gedenkstein im Nordosten unkompliziert gelöst

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28. September 2017, 05:00 Uhr

Der erste Gedenkstein für Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (1930-2017) wird dauerhaft in der geografischen Landesmitte von Mecklenburg-Vorpommern aufgestellt – in Teterow (Landkreis Rostock). „Wir haben einen würdigen Standort gefunden“, sagte Organisator Matthias Hantel vom regionalen CDU-Verband. Der rund eine Tonne schwere Stein mit Metalltafel, der auch an die Deutsche Einheit 1990 erinnert, wird vom 3. Oktober an am Rand der Altstadt am früheren Kulturhaus seinen Platz finden. Wenige Meter weiter steht ein Riesen-Gedenkstein für Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898). Der zwölf Tonnen schwere Granitfindling war in der DDR-Zeit anders genutzt worden, hat aber seit 1998 das „Bismarck-Medaillon“ wieder.

Den etwa 1,40 Meter hohen Kohl-Gedenkstein hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem Monat in Tellow bei Teterow im CDU-Wahlkampf vorgestellt. Seitdem war ein Standort in Teterow gesucht worden, was anfangs schwierig erschien, da für solche Gedenksteine Genehmigungen nötig sind. Und er sollte schon am 3. Oktober in Teterow sein. Die Tafel trägt die Inschrift „In Gedenken an die Deutsche Einheit – 3. Oktober 1990 – Und in ewiger Dankbarkeit für die Verdienste von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl“. „Helmut Kohl, der ja Pfälzer war, hat immer gesagt, Deutschlands Stärke ergibt sich aus seiner regionalen Vielfalt“, sagte Merkel damals.

Als „besonders symbolisch“ bezeichnet Hantel den Fakt, dass ein Unternehmer den Platz privat zur Verfügung stellt, der nach der Wende aus Nordrhein-Westfalen nach Teterow kam, wo er rund 20 Mitarbeiter hat. „Ohne Einheit und ohne Bergring wäre der Mann wohl nicht hierhergekommen“, erläuterte Hantel. Der inzwischen 80 Jahre alte Chef einer Baufirma hatte früher Seitenwagenrennen gefahren und kannte durch den Motorsport die jetzige „Bergringstadt Teterow“ schon vor der friedlichen Revolution.

So soll die Aufstellung des Kohl-Gedenksteins am Dienstag auch zusammen mit Leuten aus der Partnerstadt Bad Segeberg gefeiert werden. „Wir sind sehr froh, dass der Mann das Kulturhaus saniert“, sagte Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos). Die Ex-Gaststätte mit Tanzsaal war in der DDR-Zeit kultureller Treffpunkt der Teterower, verfiel aber nach missglücktem Verkauf und soll wieder ein Zentrum für Begegnungen und Aufführungsort für Veranstaltungen werden. „Auch das ist historisch, das Gebäude hieß früher einmal Bismarck-Stuben“, erinnerte sich der Bürgermeister.

Die Region Teterow gilt als ein Zentrum der Katholiken im Nordosten. In den 1930er-Jahren wurden in der Mecklenburgischen Schweiz Bauern aus katholischen Gegenden im Westen Deutschlands wie dem Rheinland und Westfalen angesiedelt, Teterow hat auch ein katholisches Bildungshaus. Dass der katholische „Kanzler der Einheit“ Kohl zwar mehrfach die Dörfer bei Teterow, aber nie die Stadt selbst besucht hat, ist für Dettmann kein Problem. „Bismarck war auch nie hier.“

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