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Rockerkriminalität : „Hells Angels“ und „Bandidos“ teilen sich MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landeskriminalamt geht von 300 organisierten Rockern in 23 Clubs aus

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 21:00 Uhr

Das Landeskriminalamt (LKA) warnt vor einer Ausbreitung der Rockerkriminalität in Mecklenburg-Vorpommern. In den vergangenen Jahren haben sich in allen größeren Städten Rocker-Clubs gegründet. „Wir gehen von landesweit 23 Clubs mit insgesamt 300 Mitgliedern aus“, sagte gestern LKA-Sprecherin, Synke Kern, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die dominierenden Clubs sind die verfeindeten „Hells Angels“ und „Bandidos“, die sich Mecklenburg-Vorpommern aufgeteilt haben. Die „Hells Angels“ beherrschen den Westen des Landes und haben in Rostock und Schwerin ihre Stützpukte. Der Club in der Landeshauptstadt hatte sich nach 15 polizeilichen Durchsuchungen und mehrerer Strafverfahren im vergangenen Jahr aufgelöst. Die Gang soll nach LKA-Angaben aber inzwischen unter dem Namen „Hells Angel Lake City Schwerin“ wieder existieren.

Die „Schwarze Schar“ in Gägelow bei Wismar sei nach eigenen Angaben zwar kein unterstützender „Supporterclub“ der „Hells Angels“ aber mit ihnen befreundet. Bei einer Auseinandersetzung der „Hells Angels“ mit einem ehemaligen Mitglied soll die Schar dem Club Freundschaftsdienste geleistet haben.

Die „Bandidos“ haben in Stralsund, Neubrandenburg, Anklam und auf Rügen ihre Clubs und kontrollieren den Osten des Landes. Der „Gremium MC“ hatte zwei Clubs in Neubrandenburg und Schwerin. Der Verein in der Vier-Tore-Stadt wurde nach zahlreichen Ermittlungverfahren und gerichtlichen Verurteilungen aufgelöst.

Der Hang zur Kriminalität sei bei allen Rockervereinigungen gleich. „Nach einer Untersuchung des LKA waren Mitglieder der 23 Clubs in 2400 Straftaten verwickelt“, so die LKA-Sprecherin. Bei Durchsuchungen von Clubhäusern und Wohnungen habe die Polizei Hieb-, Stich- und Schusswaffen, darunter zwei Maschinenpistolen, sichergestellt. Ins Visier der Ermittler gerieten die Rocker wegen Drogenhandels, illegalen Waffenbesitzes und Delikten im Rotlichtmilieu.

Ermittlungen seien schwierig, weil Rocker streng hierarchisch organisiert seien, legale mit illegalen Geschäften vermischten und von „Supporterclubs“ unterstützt würden. Angesichts der Lage habe das LKA mit den anderen Polizeibehörden ein Konzept zur Bekämpfung der Kriminalität entwickelt. Bei Rockertreffen kontrollierten die Beamten gezielt Personen und Objekte.

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