Jetzt nachtanken! : Heizöl so günstig wie seit Jahren nicht

Jetzt bei teuren Preisen bunkern? Viele Bürger ordern nur kleine Mengen und hoffen auf sinkende Preise.
Jetzt bei teuren Preisen bunkern? Viele Bürger ordern nur kleine Mengen und hoffen auf sinkende Preise.

Verbraucherschützer rät zu Sammelbestellung als weiterer Sparmöglichkeit

Karin.jpg von
05. August 2015, 08:00 Uhr

Wohl dem, dessen Öltanks jetzt aufgefüllt werden müssen: „Die Preise für Heizöl sind gegenwärtig so günstig wie seit Herbst 2009 nicht mehr“, erklärte der Herausgeber des Hamburger Energie-Informationsdienstes (EID), Heino Elfert. Aktuell zahle man zum Beispiel in Rostock bei einer Abnahmemenge von 3000 Liter zwischen 57,85 und 62 Euro je 100 Liter Heizöl. Da lohne ein Preisvergleich – und das Nachtanken für den Winter.

Grund für den Preisrutsch am Heizölmarkt sei der stark rückläufige Rohölpreis, so Elfert. Habe man vor einem Jahr je Barrel (159 Liter) noch mehr als 100 US-Dollar zahlen müssen, werde das Barrel Rohöl gegenwärtig mit nur 53 US-Dollar gehandelt. Innerhalb von nur zehn Tagen habe es einen Preisrutsch um zehn Dollar gegeben. Die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris spricht mittlerweile sogar von einem „massiv überversorgten“ Ölmarkt und rechnen mit weiteren Preisrückgängen.

Sollte man also noch abwarten und auf weiter fallende Preise hoffen, oder jetzt tanken? Für Horst Ulrich Frank, Energieberater der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, ist diese Frage gleichbedeutend mit dem „Blick in die Glaskugel“. Momentan seien die politischen Rahmenbedingungen relativ stabil, doch das könne sich schon bald wieder ändern. Es hänge entsprechend von der persönlichen Risikobereitschaft des Einzelnen ab, ob und wie viel Öl er jetzt ordere. Franks Tipp: „Man muss ja nicht gleich bis oben voll machen, zwei Drittel tun es auch – Hauptsache, man kommt erst einmal über den Winter.“ Zusätzlich sparen könne, wer sich für die Bestellung mit Bekannten zusammentue. „Denn mit steigender Abnahmemenge sinkt der Preis noch einmal“, weiß Frank.

Dem Vergleichsportal Check24 zufolge sind die Heizölpreise in Deutschland zwischen September 2014 und Juni 2015 um ein Fünftel gesunken. Zahlte man damals im Schnitt für 2000 Liter 1594 Euro, waren es jetzt durchschnittlich nur noch 1280 Euro. Die Heizgaspreise dagegen fielen im gleichen Zeitraum nur um zwei Prozent. Seit 2010 ist nach einem Bundesgerichtshofsurteil die Kopplung des Heizgaspreises an den des Öls untersagt. In Deutschland heizen etwa 11 Millionen Haushalte mit Öl und 19 Millionen mit Gas.

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