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Daniel Huppert freut sich auf MeckProms : Heißer Sommer für Staatskapelle

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Rasch ist er vom 1. Kapellmeister zum amtierenden Generalmusikdirektor aufgestiegen. Daniel Huppert führt die Mecklenburgische Staatskapelle, da sie als drittältestes deutsches Orchester auf 450 Jahre zurückblickt.

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erstellt am 02.Jul.2013 | 11:58 Uhr

Schwerin | Rasch ist er vom 1. Kapellmeister zum amtierenden Generalmusikdirektor aufgestiegen. Daniel Huppert führt die Mecklenburgische Staatskapelle, da sie als drittältestes deutsches Orchester auf 450 Jahre zurückblickt. Gen Ende seiner ersten Spielzeit als Chef zeigt er sich zufrieden, hat inzwischen "den Draht zu den Musikern". Der junge Dirigent weiß aber, "es ist die Aufgabe jeder Probe und Vorstellung, immer wieder zu fördern und zu fordern, dass alles präsent wird, was die Musiker können".

Daniel Huppert bilanziert: "Es war für das Orchester eine sehr intensive und erfolgreiche Spielzeit und für mich etwas Besonderes, in der Jubiläumssaison an der Spitze zu stehen. Wir haben außer dem anspruchsvollen regulären Programm viele Sonderkonzerte und Zusatzveranstaltungen gespielt, große Premieren gehabt, und die ,Fledermaus der Schlossfestspiele kommt ebenso gut an."

Zum Echo aufs Jubiläum sagt der Chefdirigent: "Was wir von unserem Publikum zurückbekommen haben, war sehr schön, so hat es uns sehr ermutigt, wie zum Beispiel das Wunschkonzert. Dagegen lassen die Reaktionen des Landes, das sich gern mit Kultur schmückt, sehr zu wünschen übrig. Aber wir haben Grüße von weltberühmten Dirigenten wie Masur, Thielemann, Nagano, von den Staatskapellen Berlin und Dresden bekommen, sogar vom Bundespräsidenten."

Der Sommer wird für die Kapelle noch heiß, zumindest, was ihre Auftritte betrifft. Huppert kündigt für die MeckProms, die heute auf der Schweriner Freilichtbühne starten und dann nach Ludwigslust (7.7.), Güstrow (9.7.), Klütz (14.7.), Mirow (16.7.) und Wismar (21.7.) gehen, neben populären Melodien aus Oper und Konzert auch Klänge aus der "Neuen Welt" an, amerikanisches Musical und Filmmusik.

Dabei sind die international agierende New Yorker Musicalsängerin Suzanne Dowaliby, die Schweriner Mezzosopranistin Itziar Lesaka und Solotrompeter Bassam Mussad von der Staatskapelle. Huppert betont: "Wir freuen uns, unterhaltsame Musik auch über Schwerin hinaus zum Publikum bringen zu können, denn es ist sein Orchester. Um so schmerzlicher, dass das Land so wenig stolz ist auf Tradition und vielseitiges Können dieser klassischen Kapelle."

Das nächste Ereignis wird dann die Gala "Sommernacht der schönsten Melodien mit Eva Lind" am 19. Juli auf der Schweriner Freilichtbühne sein. "Eva Lind", freut sich der Dirigent, "hat seit ihrem Bajazzo-Gastspiel schon eine Fan-Gemeinde. Sie wird mit Rossini, Verdi und mit Melodien aus Musicals von Bernstein und Loewe sowie aus Operetten zweifellos begeistern." Die "totgesagte Operette" übrigens, sagt Huppert, "lebt und ist eine musikalisch durchaus anspruchsvolle Sache mit doppeltem Boden, mit kritischer Ebene unter der leichten Oberfläche."

Was wünscht sich der amtierende General für die Zukunft des Hauses? "Dass wir", hofft Daniel Huppert, "endlich in ruhiges Fahrwasser kommen, dass wir unsere Energie dafür verwenden können, was eigentlich unsere Aufgabe ist: Kunst zu machen. Dass erkannt wird, welcher kulturelle Wert mit diesem Haus verbunden ist, wie wichtig es ist, dieses Orchester zu erhalten und es nicht kaputtzuschrumpfen, es ist schon viel verloren. Wir sollten über Kunst nachdenken, nicht nur über Zahlen." Er sagt es mit dem Engagement einer jungen, viel versprechenden Generation.

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