Aufsichtspflicht verletzt? : Heimkind auf Rügen gerettet

Höhenretter konnten den völlig erschöpften 14-Jährigen bergen.
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Höhenretter konnten den völlig erschöpften 14-Jährigen bergen.

Land Brandenburg prüft ob die Betreuer ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

svz.de von
18. Juli 2014, 19:50 Uhr

Nach einer gefährlichen Klettertour zweier Heimkinder auf Rügen prüft das Land Brandenburg, ob die Betreuer ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Eine Stellungnahme des Heims aus dem Landkreis Dahme-Spreewald sei bei der Heimaufsicht eingegangen, sagte ein Sprecher des Jugendministeriums gestern in Potsdam. In der nächsten Woche werde es Gespräche mit der Einrichtung und möglicherweise auch mit den Betreuern der Feriengruppe geben, zu der die beiden Jungen gehörten. Die Heimleitung war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die beiden 13- und 14-Jährigen waren am Mittwoch auf den Königsstuhl an der Rügener Kreideküste geklettert. Der Jüngere fiel hin und kehrte verletzt um, der Ältere musste entkräftet aus 50 Metern Höhe von einem Höhenrettungsteam gerettet werden. Beide kamen zur Behandlung in ein Krankenhaus und wurden danach den Betreuern übergeben. Die Jungen sind nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald inzwischen bei ihren Familien in Berlin – sie seien beurlaubt worden. Der Hintergrund dieser Beurlaubung blieb unklar. Die Feriengruppe habe ihren Urlaub auf Rügen nicht abgebrochen.

Zum Inhalt der Stellungnahme des Heims machte der Landkreis keine Angaben. Das Heim ist eine stationäre heilpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe mit 27 Plätzen.

Der für den Rettungsdienst zuständige Landkreis Vorpommern-Rügen wollte nach eigenen Angaben die polizeilichen Ermittlungen abwarten und dann entscheiden, ob man die Kosten für den Einsatz den Verursachern in Rechnung stellt.

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