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Selbst geschlagene Weihnachtsbäume : Heimische Bäume immer beliebter

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Spätestens wenn am Kranz das vierte Lichtlein brennt, wird es höchste Zeit, sich um einen Weihnachtsbaum zu bemühen. Da kam das Angebot des staatlichen Forstamts Sandhof gerade recht.

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erstellt am 19.Dez.2011 | 10:24 Uhr

Spätestens wenn am Kranz das vierte Lichtlein brennt, wird es höchste Zeit, sich um einen Weihnachtsbaum zu bemühen. Da kam das Angebot des staatlichen Forstamts Sandhof an diesem Wochenende gerade recht. Am Samstag fuhren Hunderte Familien aus nah und fern zum Forsthof Bossow unweit von Krakow am See, um sich aus der dortigen Weihnachtsbaumplantage eigenhändig „ihre“ hierzulande gewachsene Nordmanntanne zu schlagen.
„Schon früh um dreiviertel Acht standen die Ersten auf der Matte“, berichtete Hausherr Lutz Petersen mitten im Trubel, der am späten Vormittag fast einen Heerlager glich, als mehrere Hundert Interessierte zugleich das eigentlich idyllisch einsam gelegene Forstgehöft stürmten. Dabei hatten der Revierförster von Bossow und seine zehn Helfer aus dem gesamten Forstamtsbereich ohnehin schon mehr als geplant zu tun, denn der nächtliche Sturm mit nassem Schneefall hatte das für den Empfang der Besucher hergerichtete Zelt zum Einsturz gebracht.

Mehr als tausend Leute auf Einbahnstraße im WaldAber auch diese Herausforderung bewältigten die Sandhofer Forstleute in gemeinsamer Anstrengung noch vor dem größten Ansturm, welcher diesmal durch die erstmals probierte Verkehrsleitung per Einweiser auf die gut gekennzeichnete „Einbahnstraße“ durch den Wald merklich entspannter verlief.
„Gut 600 Bäumchen haben wir hier heute bereits verkauft“, überschlug Forstamtsleiter Frank Zerbe gegen Mittag. „Also dürften dazu bestimmt schon mehr als tausend Leute durch unser Gelände gestapft sein. Die meisten kommen ja in Familie.“

So auch Dara aus Alt Sammit. „Den kleinen Baum hier möchte ich fürs Kinderzimmer“, rief die Neunjährige durch den Tann, während ihr Vater gemeinsam mit einem Freund einen wesentlich größeren „Nordmann“ umlegten. Flugs war das Mädchen auch wieder zur Stelle, um gemeinsam mit Mutti Dagmar Kluge die bestimmt drei Meter lange „Beute“ aus dem Dickicht zu ziehen.
Dieses stattliche Prachtexemplar von Tannenbaum bekäme den Ehrenplatz im geräumigen Anbau ihres 1993 übernommenen Wohnhauses, erklärte die Familie. „Obwohl wir praktisch mitten im Wald zuhause sind, kommen wir jedes Jahr gern hierher auf den Forsthof Bossow, weil das Angebot hier so prima ist und auch die Atmosphäre stimmt.“

Tatsächlich konnten die Kinder mitten im leicht verschneiten Tann dem „Weihnachtsmann“ begegnen, der ihnen süße Kleinigkeiten schenkte. Ein Lagerfeuer lud die Jüngsten zum spaßigen Knüppelkuchenbacken ein und die Haustiere des weiträumigen Forsthofes – von putzigen Schnatterenten über drollige Schweinchen bis hin zu zotteligen Hochlandrindern - zum Bestaunen.
Forstmitarbeiter hielten derweil im Zelt frische Bratwurst vom Grill, deftige Kartoffelsuppe sowie Wildspezialitäten, selbstgebackenen Kuchen und wärmende Getränke bereit. Andere gingen den erfolgreichen „Weihnachtsbaumjägern“ beim Verpacken für den Autotransport zur Hand. Denn manche hatten ziemliche Reisen vor, wie die Autokennzeichen u.a. aus den Regionen Ludwigslust, Parchim, Güstrow aber auch aus der Landeshauptstadt Schwerin, Doberan, Rostock und sogar der Bundeshauptstadt Berlin verrieten.

„Langsam werden uns die Bäume knapp“, kommentierte Forstamtsleiter Zerbe augenzwinkernd das seit Jahren ungebrochene Interesse der Kundschaft an frischen Tannenbäumen von hier. An anderer Stelle in seinem Zuständigkeitsbereich, im Forstrevier Gallin, hatte Revierinhaber Willhelm Jacobs eine Woche zuvor erstmals einen herangereiften Bestand für Selbstwerber geöffnet und vom Fleck weg 250 Nordmanntännchen unter dem Gardemaß von 1,80 Meter verkauft. Im nächsten Jahr dürfte es dort auch größere geben. Doch auch der Forsthof Bossow kann dann wieder zum Eldorado für Freunde selbst geschlagener Weihnachtsbäume werden, denn Revierleiter Lutz Petersen hat mit seinen Getreuen bereits reichlich Nachwuchs gepflanzt.

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