„Perlenkette“ : Heiligendamm: Heute Entscheidung

Das Dachder Villa „Möwe“ in Bad Doberan ist eingestürzt.
Das Dachder Villa „Möwe“ in Bad Doberan ist eingestürzt.

Einigung über Sanierung der Perlenkette möglich – Stadtvertreter sind am Zug

23-11368462_23-66108196_1416392793.JPG von
30. März 2015, 08:00 Uhr

Ein wichtiger Tag für Deutschlands ältestes Seebad. Wenn die Stadtvertreter in Bad Doberan heute einer Einigung mit Investor Anno August Jagdfeld zustimmen, könnte in diesem Jahr in Heiligendamm mit dem Wiederaufbau der Villen der sogenannten „Perlenkette“ neben dem Grand Hotel begonnen werden. Nach jahrelangem erbitterten Streit hatten sich Anfang des Monats beide Seiten auf ein Kompromisspapier geeinigt.

„Wir wollen so schnell wie möglich bauen“, sagte Immobilien- und Finanzmogul Jagdfeld selbst. Er hofft auf eine positive Entscheidung der Stadtvertreter. Wie unsere Redaktion erfuhr, soll seine Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) bereits die Bauplanung für die Sanierung von zwei Villen abgeschlossen haben. Die Wiederherstellung und der Ausbau mit Luxus-Eigentumswohnungen zumindest eines Hauses sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Villa soll als Referenzobjekt um Kunden werben.

Sieben historische Häuser der Perlenkette befinden sich im Besitz Jagdfelds. Sechs verfallen seit Jahrzehnten und sind in einem schlechten baulichen Zustand. Die 1854 gebaute Villa „Großfürstin Marie-Perle“ musste sogar unmittelbar vor dem G8-Gipfel 2007 abgerissen werden. An der Stelle steht heute ein Neubau, dessen Äußeres der einstigen Villa ähnelt. Um die Zukunft der sechs verbliebenen Villen herrschte ein erbitterter Streit zwischen den Behörden und Jagdfeld, der sich Ende vergangenen Jahres mit einer oberinstanzlichen Gerichtsentscheidung sein Baurecht zurückholte.

In dem 15-Punkte-Kompromisspapier mit der Stadt Bad Doberan verpflichtet sich Jagdfeld jetzt unter anderem, der Rettung der Perlenkette höchste Priorität einzuräumen und auch die Villen „Möwe“ und „Schwan“ zu sanieren, die von der Denkmalschutzbehörde schon zum Abriss freigegeben waren. Die Stadt verzichtet im Gegenzug auf einen Stichweg zwischen Bahnhof und Seebrücke.

Jagdfeld hatte den Ortskern 1996 für 18 Millionen D-Mark von der Treuhand gekauft. Die großen Bauten des Ensembles wurden bis 2003 mit 220 Millionen Euro zum „Grand Hotel“ ausgebaut. Nach der Pleite 2012 kaufte 2013 der Unternehmer Paul Morzynski für 26 Millionen Euro den größten Teil der Hotelanlage.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen