Schwerin : Heidensee: Große Stege müssen weg

Idylle pur im Wohngebiet 'Am Güstrower Tor': Laut Bebauungsplan sind an dieser Stelle jedoch keine Anlegeplätze für Boote, sondern nur 90 Zentimeter breite Badestege erlaubt, sagt die Stadt. Foto: Christian Koepke
Idylle pur im Wohngebiet "Am Güstrower Tor": Laut Bebauungsplan sind an dieser Stelle jedoch keine Anlegeplätze für Boote, sondern nur 90 Zentimeter breite Badestege erlaubt, sagt die Stadt. Foto: Christian Koepke

Grundstücke direkt am Wasser, Boote an eigenen Stegen - Idylle pur am Heidensee. Doch die Ruhe im Wohngebiet „Am Güstrower Tor" trügt. Seit Jahren gibt es Streit darüber, was an befestigten Anlagen zulässig ist.

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13. Juli 2012, 09:59 Uhr

Werdervorstadt | Grundstücke direkt am Wasser, Boote an eigenen Stegen - Idylle pur am Heidensee. Doch die Ruhe im Wohngebiet "Am Güstrower Tor" trügt. Seit Jahren gibt es Streit darüber, was an befestigten Anlagen am Schilfgürtel zulässig ist und was nicht. Auf Antrag der Bündnisgrünen schaltete sich auch die Politik ein: Die Stadt vertretung forderte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow auf, konsequent auf die Einhaltung des Bebauungsplanes zu achten. Nach Verfahren vor dem Verwaltungsgericht der Landeshauptstadt hätten sich Stadt und Grundstückseigentümer nun auf einen Vergleich geeinigt, berichtet Schwerins Hauptamtsleiter Hartmut Wollenteit. "Bis Ende des Jahres müssen drei Eigentümer ihre Ter rassen im Uferbereich zurückbauen." Für ein viertes Grundstück, das nicht unmittelbar am Schilfgürtel liege, werde es noch eine Sonderregelung geben.

Aus Sicht der Stadt sei die Sache klar, unterstreicht Wollenteit. "Der 2006 von der Stadtvertretung be schlossene B-Plan erlaubt an zwei Wassergrundstücken die Errichtung eines 90 Zentimeter breiten Badesteges." Schon damals ein Kompromiss unter Abwägung der Interessen der Grundstückseigentümer und des Naturschutzes, so der Hauptamtsleiter. "Tatsächlich sind aber an vier Grundstücken deutlich größere Terrassen im Uferbereich entstanden."

Per Ordnungsverfügungen sei die Stadt seit 2008 gegen die Terrassen vorgegangen, schildert Wollenteit. Die Eigentümer hätten jedoch Widerspruch eingelegt und schließlich vor dem Schweriner Ver waltungsgericht gegen das Vorgehen der Stadt geklagt. Das Gericht habe sich vor Ort selbst einen Eindruck von der Situation verschafft, so der Hauptamtsleiter. Im Vergleich sei nun eine einvernehmliche Lösung mit den Betroffenen erzielt worden. Sie sehe nicht nur vor, dass die Terrassen zurückgebaut werden müssen. Es dürften darüber hinaus auch keine Boote mehr direkt an den privaten Grund stücken anlegen, erläutert Wollenteit. Dass sich die Stadt bei dem Ufergrundstück, das nicht unmittelbar am Schilfgürtel liege, noch für eine Sonderregelung offen zeige, hänge mit dem weichen Untergrund in diesem Bereich zusammen, der gegebenenfalls eine kleine Aufschüttung rechtfertige.

Kritik, dass die Stadt nicht von vornher ein auf einem öffentlichen Weg am Uferbereich bestanden habe, wehrt der Hauptamtsleiter ab. Diese Forderung sei erst gegen Ende der politischen Diskussion zum Bebauungsplan erhoben worden. Der allgemeine Zugang zum Heidensee werde außerdem durch einen Gemeinschaftssteg mit Anlegeplätzen für Boote durchaus gewährleistet, betont Wollenteit.

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