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Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 04:40 Uhr

Anbau in MV : Heidelbeer-Ernte beendet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Früchte schmecken und besitzen Wirkstoffe, die Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen sollen / Anbau in MV auf 31 Hektar

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 20:55 Uhr

Die Blaubeerzeit ist zu Ende – zum Beispiel auf Rügen. Auch im Erntekorb von Norbert Groth, dem Geschäftsführer des Berliner Instituts Galenus, sind die Beeren gelandet. Groth als Chef eines Instituts für dermatologische Produktforschung ist Seiteneinsteiger im Blaubeeranbau. „Auf der Suche nach Wirkstoffen gegen Hauttumore und andere Hauterkrankungen bin ich auf Blaubeeren gestoßen“, berichtet der Mittfünfziger. Er suchte geeignete Anbauflächen und fand sie an der Nordostspitze Rügens bei Lohme. Dort bewirtschaftet er den über 700 Jahre alten Hof Hoch Seelow.

„Gestartet bin ich mit verschiedenen Wildpflanzen, nicht nur mit Blaubeeren. Entscheidend sind für mich die Inhaltsstoffe, allen voran Antioxidantien“, betont Groth. In seinem 42 Hektar großen Obstbaubetrieb wachsen neben Wildpflanzen 400 Kulturheidelbeeren. Bis zu zehn Kilo Beeren je Pflanze können geerntet werden.

Fachliche Hinweise holt sich Groth bei Friedrich Höhne, dem Leiter der Versuchsplantage im Norddeutschen Kompetenzzentrum der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow bei Güstrow. Höhne testet seit Jahren Kulturheidelbeeren auf ihre Anbaufähigkeit. „Wichtig ist ein saurer Boden, also deutlich unter dem ph-Wert 7“, erläutert er. „Hinzu kommen eine gute Durchlüftung und regelmäßige Wasserversorgung.

Klassisch sind Moor- oder Torfstandorte“, hat der Gartenbauexperte dem Institutschef mit auf den Weg gegeben. Der nahm daraufhin einen kompletten Bodenaustausch auf seinem Acker vor. Der Ertrag gibt ihm Recht: Gut eine Tonne steht diesmal zu Buche.  

Die mit 21 Hektar größte reine Blaubeerplantage in Mecklenburg-Vorpommern liegt in Rottmannshagen (Mecklenburgische Seenplatte). Geschäftsführer Toni Jaschinski setzt auf mehrere Sorten, die alle auf amerikanische und neuseeländische Züchtungen zurückgehen. Favorit ist Bluecrop.

Die Beeren werden frisch ab Hof verkauft oder gehen an den Lebensmitteleinzelhandel, größere Mengen werden zu Saft gepresst. Dafür gewann Jaschinski in diesem Jahr erstmals die Mosterei in Satow bei Rostock.

In Berge an der Landesgrenze zu Brandenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) bewirtschaftet Klaus Dieter Quirling einen Heidelbeerhof. Die Waldheidelbeerzüchtung Darow ermögliche einen hohen Ertrag bis spät in den September hinein, berichtet er. „Allerdings mussten wir diesmal fleißig beregnen. Die heißen Sommertage haben vielen Pflanzen arg zu schaffen gemacht.“  

Ausgerechnet die vorpommersche Kleinstadt Eggesin in der Ueckermünder Heide, die sich als Heidelbeerstadt präsentiert, hat keine Plantage mehr. Bereits im Regen-sommer 2011 gingen nahezu alle Pflanzen ein. „Aktuell fehlt uns das Geld für einen Neubeginn“, sagt der Sprecher des Vereins Pro Eggesin, Udo Rosemann.

Norbert Groth experimentiert in seinem Privatinstitut an weiteren Neuentwicklungen für die Medizin, die Kosmetikbranche und als Nahrungsergänzungsmittel. „Das Beste steckt in der Schale der Blaubeere.“ „Mein Ziel ist, möglichst viele dieser antioxidativ wirksamen Stoffe für meine Produkte herauszufiltrieren.“ Die Substanzen gelten als Schutz vor bestimmten Krebsarten und   Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Anti-Aging-Präparate sollen sie in der Krankheitsprävention sowie als Nahrungsergänzungsmittel demnächst Marktreife erreichen, wie Groth ankündigt.


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