Hilferuf : Hebammen in Not – Versicherer verweigern Absicherung

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18. Februar 2014, 07:30 Uhr

Mütter in MV proben den Aufstand: Weil die Versicherer nach Jahren drastischer Beitragsanhebungen nun offenbar ganz aus der Berufshaftpflicht für Hebammen aussteigen, droht der Berufsstand auszusterben, bestätigt auch der Deutsche Hebammenverband (DHV). Jetzt hat sich die junge Schweriner Mutter und Journalistin Michaela Skott, die den Berufsstand ehrenamtlich unterstützt, mit einem offenen Brief an die Gattin von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gewandt: „Nach Jahren des Engagements sehe ich keine Chance, wirklich in die Politik vorzudringen“, begründete sie dieser Zeitung ihre Aktion. An Heidi Oldenkott-Gröhe, selbst vierfache Mutter, schrieb Skott: „Sie haben die Möglichkeit Ihren Mann auf einer Ebene zu erreichen, die uns allen nicht zugänglich ist. ... Ich bitte Sie von Mutter zu Mutter: Bitte setzen Sie sich für die Hebammen in Deutschland ein!“

Silke Gajek, familienpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag MV, zeigt sich über die Entwicklung erschüttert: „Um das Grundproblem zu lösen, können wir uns eine Beteiligung der Gesetzlichen Krankenversicherungen an den Beiträgen der freiberuflich tätigen Hebammen vorstellen. Zudem muss die Einführung von Haftungshöchstgrenzen und die Einrichtung eines staatlich finanzierten Haftungsfonds geprüft werden“, forderte Gajek. Diese Forderungen decken sich weitgehend mit denen der Berufsverbände.

Seitdem am Freitag mit dem Ausstieg der Nürnberger Gruppe das letzte Versichererkonsortium geplatzt war, gewann im sozialen Netzwerk Facebook eine „Hebammenunterstützergruppe“ über 11 000 Fans. Morgen Nachmittag wollen Schweriner „Hebammenunterstützer“ am Südufer des Pfaffenteichs einen „Flashmob“ für die Geburtshelferinnen versammeln.

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