Auf Kosten der Sicherheit? : Havariekommando mustert Wismar aus

<p>Der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees </p>
Foto:

Der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees

Der Katastrophen- und Brandschutz auf Ostsee und Nordsee wird neu organisiert. Auch Stralsund ist beim Brandschutz auf See raus. Caffier soll vor Innenausschuss

von
29. März 2016, 20:45 Uhr

Streichungen auf Kosten der Sicherheit? Bundesregierung und Küstenländer wollen den Katastrophen- und Brandschutz auf Ostsee und Nordsee neu organisieren. Geplant ist, dass das gemeinsame Havariekommando mit Hauptsitz in Cuxhaven künftig auf zwei der drei Standorte in Mecklenburg-Vorpommern verzichtet, bestätigte der Leiter der Behörde, Hans-Werner Monsees, gegenüber unserer Redaktion. „Wir wollen unsere Kräfte konzentrieren, um schlagkräftiger zu werden“, sagte Monsees. Dabei will die Einrichtung stärker als bisher auf den Einsatz von Hubschraubern setzen.

Die Opposition im Schweriner Landtag sieht die Pläne kritisch. Peter Ritter, innenpolitischer Sprecher der Linken, befürchtet, dass durch die Schließung von Standorten Verunglückte auf See künftig länger auf ihre Rettung warten müssen. Ritter: „Meine Fraktion wird den Innenminister auffordern, dazu im Innenausschuss Stellung zu beziehen.“

Nach dem gegenwärtigen Konzept werden die Berufsfeuerwehren Wismar und Schwerin aus der Einsatzplanung des Havariekommandos gestrichen. Die beiden Wehren waren bisher im Verbund für die Schiffsbrandbekämpfung und die Verletztenversorgung in der südwestlichen Ostsee und vor allem in der Mecklenburger Bucht zuständig. Der Leiter der Schweriner Berufsfeuerwehr, Stephan Jakobi, kennt die Umstrukturierungspläne. „Mit der Streichung von Standorten können für Einsatzkräfte die Wege zu den Unglücksorten auf See länger werden“, bemängelte er.

Auch Stralsund soll als Standort künftig wegfallen. Damit kommen in Mecklenburg-Vorpommern nur noch von Rostock aus Rettungskräfte bei Bränden auf Schiffen und auf Offshore-Anlagen zum Einsatz. Das Havariekommando ist seit 2003 eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der fünf Küstenländer mit bislang insgesamt 13 Standorten, um bei Unfällen auf der Nord- und der Ostsee ein koordiniertes und gemeinsames Unfallmanagement zu gewährleisten. Neben Wismar und Stralsund sollen auch Standorte in Flensburg, Bremen und Emden geschlossen werden.

Das Schweriner Innenministerium verweist darauf, dass die Gespräche zur Umstrukturierung noch nicht abgeschlossen sind. „Mecklenburg-Vorpommern ist bestrebt, dass die Standorte Rostock und Stralsund für die Aufgabe der Schiffsbrandbekämpfung im neuen Konzept des Havariekommandos erhalten bleiben“, sagte Sprecherin Marion Schlender. Die abschließende Entscheidung werde das Kuratorium Maritime Notfallvorsorge treffen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen