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Pflegestützpunkte : Hausbesuch bei Pflegebedarf

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit fünf Jahren gibt es Pflegestützpunkte in MV. 20 000 Ratsuchende in 2015

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Pflegestützpunkte sind heute aus der Beratungslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns nicht mehr wegzudenken. Als vor fünf Jahren in Pasewalk der erste Stützpunkt des Landes seine Pforten öffnete, wurde das Angebot allerdings nur sehr zögerlich angenommen. Auch Landkreise und Kommunen taten sich damals schwer damit, den Sinn dieser gemeinsam mit den Pflege- bzw. Krankenkassen unterhaltenen Einrichtungen einzusehen. Die Kassen ihrerseits verwiesen darauf, dass sie selbst doch bereits Beratungsangebote für pflegebedürftige Versicherte und ihre Angehörigen vorhalten würden.

Heute – fünf Jahre später – spricht das Sozialministerium von einer „erfolgreichen Arbeit der Pflegestützpunkte“. Auf einer Festveranstaltung in Greifswald soll sie heute gewürdigt werden.

Tatsächlich gibt es das neutrale und kostenlose Beratungs- und Unterstützungsangebot mittlerweile an 14 Standorten in allen Landkreisen und beiden kreisfreien Städten. Zusätzlich werden in weiteren Städten regelmäßige Sprechtage abgehalten. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat darüber hinaus sogar zwei Beratungsbusse angeschafft - ihr Tourenplan wird derzeit allerdings überarbeitet. Dennoch gibt es – überall in MV – Beratungen auch auf dem Land: in Form von Hausbesuchen. 2011 waren sie noch die Ausnahme, 2013 wurden nach Angaben der AOK Nordost schon knapp 1000 und zwei Jahre später sogar knapp 2000 Ratsuchende pro Jahr zu Hause aufgesucht.

„Es ist wichtig, dass die Beratung auch zu Hause stattfinden kann, nicht nur für diejenigen, für die der Weg zum Pflegestützpunkt zu beschwerlich ist, sondern auch, damit sich die Beraterinnen ein Bild der Pflegesituation einschließlich der räumlichen Möglichkeiten und Notwendigkeiten machen können“, betont Kirsten Jüttner, die Leiterin der Landesvertretung des Ersatzkassen-verbandes vdek.

Zufrieden zeigen sich die Kassen mit der Inanspruchnahme der Pflegestützpunkte: Während 2011, als es landesweit erst drei dieser Anlaufstellen gab, nur 700 Menschen dort Rat suchten, waren es im vergangenen Jahr laut AOK Nordost bereits mehr als 20 000. Die meisten Betroffenen waren zwischen 70 und 90 Jahre alt. Häufig ließen sich aber auch Kinder und/oder Lebenspartner beraten. Auffällig aus AOK-Sicht ist, dass Rat und Hilfe oft erst dann gesucht werden, wenn eine Betreuung in der häuslichen Umgebung nicht mehr möglich zu sein scheint.

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