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Hypotheken noch nicht getilgt - und trotzdem muss investiert werden : Hausbesitzer stecken in der Sanierungsfalle

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Nach der Wende war der Sanierungsbedarf groß. Viele Immobilieneigentümer nahmen Kredite auf. Heute sind die Hypotheken noch nicht abgetragen - doch es stehen bereits neue Sanierungsarbeiten ins Haus.

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2012 | 06:37 Uhr

Schwerin | Neues Dach, dichte Fenster, moderne Heizung: Nach der Wende war der Sanierungsbedarf in den neuen Bundesländern groß. Viele Immobilieneigentümer nahmen Kredite auf, um das selbst genutzte oder vermietete Haus auf Vordermann zu bringen. Heute sind die Hypotheken noch nicht abgetragen - doch es stehen bereits neue Sanierungsarbeiten ins Haus. "Leitungen und Heizungen, die Anfang und Mitte der 90er-Jahre installiert wurden, müssen bereits wieder erneuert werden", weiß Lutz Heinecke, Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund Mecklenburg-Vorpommern. Dazu kommen Anforderungen an die energetische Sanierung, die angesichts steigender Nebenkosten für Hausbesitzer unerlässlich seien. Sie zu finanzieren, sei zunehmend schwierig, zumal die Mieten im Nordosten wegen der niedrigen Einkommen kaum noch zu erhöhen wären. Auch auf die - vom Gesetzgeber erlaubte - Umlage der Kosten für die Modernisierung auf ihre Mieter würden viele Hauseigentümer mittlerweile ganz oder zumindest teilweise verzichten, so Heinecke, "denn wenn sie es mit ihren Forderungen übertreiben, ziehen die Mieter aus. Und Neuvermietungen gestalten sich schwierig." Nur Rostock, Schwerin und einige Orte an der Küste machten da eine Ausnahme.

Im Land gebe es auf dem Wohnungsmarkt momentan einen eindeutigen Trend zurück in die Stadt, so Heinecke. "Selbst in städtischen Randgebieten und erst recht in Kleinstädten ist es schwer, Wohnungen neu zu vermieten oder Häuser zu verkaufen." Der Leerstand auf dem Land sei enorm - auch bei Eigenheimen.

Das belegt auch der aktuelle Kaufpreisspiegel der Landesbausparkasse (LBS) Ost. Die höchsten Preise für gebrauchte Eigenheime werden demnach in Mecklenburg-Vorpommern in Rostock verlangt. Wer hier ein frei stehendes Ein- oder Zweifamilienhaus erwerben möchte, muss im Schnitt 220 000 Euro aufbringen. Das sind über neun Prozent mehr als vor fünf Jahren. Teuer wird es für Käufer auch in Schwerin und Greifswald. In Schwerin kostet ein Einfamilienhaus 210 000 Euro - eine Preissteigerung von über 14 Prozent in den letzten fünf Jahren. In Greifswald blieb der Standardpreis unverändert bei durchschnittlich 180 000 Euro.

Die nachfolgenden Plätze auf der der Preisskala belegen die Städte Stralsund und Neubrandenburg mit durchschnittlichen Preisen von jeweils 170 000 Euro und Waren/Müritz mit 150 000 Euro. In Güstrow sanken die Preise in den letzen fünf Jahren um über 11 Prozent auf 135 000 Euro für ein Haus. Noch drastischer gestaltete sich der Preisverfall in Wismar - 15,4 Prozent verlor dort ein Einfamilienhaus an Wert. Der Traum von den eigenen vier Wänden lässt sich schon mit 130 000 Euro verwirklichen.

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