Brand in Parchim : Haus fackelt ab – war es die Katze?

Schwieriger Einsatz in enger Straße: Die Kameraden der Parchimer Feuerwehr schützten die Nachbargebäude. Fotos: M.-G. Bölsche
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Schwieriger Einsatz in enger Straße: Die Kameraden der Parchimer Feuerwehr schützten die Nachbargebäude. Fotos: M.-G. Bölsche

Feuer vernichtet Fachwerkhaus in der Altstadt – angeblich Katze schuld. Alkoholisierte Mieter retten sich mit Kiste Bier

svz.de von
05. November 2014, 21:25 Uhr

Eine Katze schaltet den Pizzaofen an und prompt brennt ein Fachwerkhaus ab. Das ist zumindest die Version der 3,54-Promille-Mieter im Brandhaus in Parchims Altstadt. Dabei wurde ein altes Fachwerkhaus am Dienstagabend zum Raub der Flammen. Vier Bewohner konnten sich nach einem Trinkgelage mitsamt Bierkiste unverletzt aus dem Haus retten. Bei einer Frau (50) vermuteten die Helfer eine Rauchgasvergiftung, die drei Männer wurden zur Blutentnahme gebracht, um den Alkoholgehalt (zwischen 1,7 und 3,54 Promille) konkret bestimmen zu können.

Es ist Dienstag, 17.09 Uhr, als die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Parchim zu dem Einsatz gerufen werden. Mit 29 Kameraden, drei Tanklöschfahrzeugen, dem Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie der Drehleiter ist die Feuerwehr schnell vor Ort. Die großen Flammen können relativ schnell gelöscht werden, zum Glück.

„Die Flammen haben sich in der Zwischendecke zwischen Erd- und Obergeschoss des alten Fachwerkhauses festgesetzt“, begründet Wehrführer Bernd Schröder den Einsatz von Motorsäge, Spitzhacke und Einreißhaken. Nur mit Atemschutz können die Kameraden agieren, immer wieder steigt weißer, beißender Rauch aus dem Gebäude. Mit der Wärmebildkamera wird nach versteckten Glutnestern gesucht. Ein erstes Aufatmen nach vier Stunden, und gegen 21 Uhr ist der Brand komplett gelöscht. Die Kameraden können abrücken und stellen nun wieder die Einsatzbereitschaft her. Man weiß ja nie, wann der nächste Alarm kommt…

In dem Gebäude, welches innen komplett niedergebrannt ist, zechten am Nachmittag vier Personen, drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 42 bis 50 Jahren. Alle konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, nicht jedoch, ohne als wichtigstes Hab und Gut eine Kiste Bier mitzunehmen. Die Männer wankten unter Polizeibegleitung vorbei an den Einsatzkräften zum Streifenwagen, um zur Blutentnahme gefahren zu werden.

Inzwischen haben Beamte des Kriminaldauerdienstes Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet und das Gebäude beschlagnahmt. Die Schadenshöhe beziffert die Polizei auf 20 000 Euro. Ob die Katze wirklich den Brand ausgelöst haben kann, prüft die Polizei jetzt. Laut Aussagen eines der Bewohner hätten sich die vier Personen bei dem Trinkgelage am Nachmittag gegen 15 Uhr Baguette in einem Pizzaofen warm gemacht und sich zum Essen in das Wohnzimmer verzogen. In der Zwischenzeit soll die Katze (oder war es ein Kater?) in der Küche irgendwie den Pizzaofen in Gang gebracht und so den Brand ausgelöst haben. Die Polizei prüft diese Theorie, geht momentan aber von fahrlässiger Brandstiftung aus.

Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts und der privater Vermieter haben noch am Abend nach einer Unterbringung der nun wohnungslosen Personen gesucht und in einem leerstehenden Haus gegenüber Räumlichkeiten bereitgestellt. Die Feuerwehr half mit Feldbetten und Decken vorübergehend aus.



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