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Mecklenburg-Vorpommern

20. September 2017 | 13:17 Uhr

Rostock : Hauptangeklagter muss ins Gefängnis

vom

Im so genannten Menschenraubprozess war der damalige Hauptangeklagte Hovhannes G. zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

svz.de von
erstellt am 12.Nov.2011 | 04:26 Uhr

Rostock/Güstrow | Gestern teilte der Vorsitzende Richter der 3. Großen Strafkammer des Landgerichtes Rostock mit, dass der Bundesgerichtshof, das höchste deutsche Gericht, das Urteil gegen den Angeklagten Hovhannes G. (23) aus Güstrow bestätigt hat. Im so genannten Menschenraubprozess war der damalige Hauptangeklagte Hovhannes G. am 8. April 2011 wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit versuchter besonders schwerer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Seine Mitangeklagten Semir H. (23) und Alexander K. (24) erhielten Bewährungsstrafen von zwei Jahren bzw. einem Jahr und neun Monaten. Das Gericht ging von einem minderschweren Fall aus.

Im Gegensatz zu Semir H. und Alexander K., die ihre milden Strafen mit Tränen in den Augen noch im Gerichtssaal angenommen hatten, war Hovhannes G. in Revision gegangen; jetzt scheiterte er.

Zu den milden Urteilen kam es, weil die Angeklagten ein Geständnis ablegten. Sie gaben zu, am Abend des 5. März 2009 Maik A. (21) aus Sabel auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes im Heideweg in Güstrow zunächst geschlagen und anschließend gezwungen zu haben, in einen Transporter zu steigen. Die Angeklagten fuhren mit ihrem Opfer in ein Waldstück bei Gülzow. Hier verlangte Hovhannes G. unter Androhung von Gewalt von Maik A. 6000 Euro. Er drohte ihm für den Fall, dass er Anzeige erstatte, ihn lebendig zu begraben und seine Mutter und seine Freundin umzubringen.

In weiser Voraussicht, dass das Opfer nicht über 6000 Euro verfügte, hatte G. einen Kaufvertrag für das Auto von Maik A. vorbereitet, in dem er mit Unterschrift bestätigte, angeblich 1500 Euro für den Pkw bezahlt zu haben.

Alexander K. und Semir H. fuhren Maik A. anschließend nach Hause. Hovhannes G. behielt das Auto. Erst nach mehrmaligen Aussprachen mit der Freundin von Maik A. gab er das Auto zurück. Dieser hatte inzwischen Anzeige erstattet.

Als Motiv der Tat nannte das Gericht eine Aussage des 21-Jährigen vor dem Amtsgericht Güstrow zu Ungunsten von Hovhannes G. Da war es um den Diebstahl von Dieselkraftstoff gegangen. G. hatte sich damit verteidigt, dass die Geldforderungen und die Gewaltdrohungen nicht ernst gemeint wären und stellte Maik A. als Angreifer dar. Dazu erfand er ein Lügengebilde von eigenen Verletzungen. Der Richter bezeichnete Hovhannes G. aber als Initiator der Tat und in hohem Maße kriminell und aggressiv.

Das brutale Vorgehen der Täter und die erhebliche psychische Belastung für das Opfer wurden als strafverschärfend gewertet. Der Richter sprach die Hoffnung aus, dass Semir H. seine Tischlerlehre beenden und Alexander K. als Dachdecker seinen Weg machen möge. Beide wurden aber noch zur Zahlung von Schmerzensgeld von je 300 Euro an Maik A. verurteilt. Hovhannes G. hingegen muss jetzt seine Freiheitsstrafe antreten.

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