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Mecklenburg-Vorpommern

25. September 2017 | 19:07 Uhr

HUndekot : Haufenweise Probleme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Einhaltung der Reinigungspflicht von Hundebesitzern ist nur schwer zu kontrollieren

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 07:53 Uhr

Tierhalter sind per Gesetz dazu verpflichtet, den Kot ihrer Hunde selbst zu beseitigen. Dies durchzusetzen ist schwer, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Zwar können „Verursacher“ – also Herrchen oder Frauchen – bei Nichteinhalten ihrer Reinigungspflicht mit einem Bußgeld bis 35 Euro zur Kasse gebeten werden. Doch sind solche Regelungen kaum handhabbar. Der Verursacher müsse auf frischer Tat ertappt werden, um ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten zu können, erklärte Matthias Welk, Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft in der Hansestadt Rostock. „Hundekot ist anonym.“ Kontrollen seien kaum möglich, ein Ahnden von Verstößen beruhe auf Zufall, erklärte Welk. Allerdings käme es in Rostock immer wieder zu Beschwerden, dann werde „anlassbezogen“ kontrolliert. Die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns nimmt pro Jahr bei rund 6000 Hunden weit mehr als eine halbe Million Euro Hundesteuern ein, steuerbefreit sind Rettungs- oder Blindenhunde. 8000 Euro kostet der Unterhalt der 29 Hundetoiletten und 17 Beutelspender. Seit 2013 geht Rostock mit einem extra Abfallsauger gegen Dreck und Kot an Bäumen und Bordsteinen vor. Neu sei ein Flyer für Tierbesitzer, der alle Hundeklos auflistet.

Schwerin ging das Kotproblem schon mal kunstvoll an: Im Sommer 2009 sammelte der Kölner Aktionskünstler Ralf Witthaus die tierischen Haufen rund um den Pfaffenteich im Herzen der Landeshauptstadt ein.

Mehr als eintausend „Tretminen“ trug er von einem gut einen Kilometer langen Stück Uferböschung zusammen und mähte die Zahl dann mit der Sense in die Wiese - zur Mahnung, öffentliches Grün als wohl letzten nicht überwachten „demokratischen Möglichkeitsraum“ wertzuschätzen. Geholfen hat der Einsatz kaum. Der Pfaffenteich ist nach Angaben einer Stadtsprecherin weiterhin Schwerins illegale Hundetoilette Nummer eins. „Durch Hundekot verschmutzte Gehwege, Grünanlagen oder Spielplätze sind seit Jahren ein Ärgernis“, betonte Sprecherin Michaela Christen. Bei knapp 2900 angemeldeten Vierbeinern in der Stadt zahlen die Halter jährlich rund 245 000 Euro Steuern. Pro Jahr gibt es 990 000 Tüten in 80 Spendern für die Entsorgung von „Häufchen“. Die Bewirtschaftungskosten belaufen sich auf stolze 95 000 Euro. Auch Stralsund schwingt kaum die Gesetzeskeule gegen Hundehaufen. Voriges Jahr wurden gar keine und dieses Jahr bislang nur dreimal Bußgelder wegen eines nicht beseitigten Malheurs verhängt. Die Hansestadt nimmt pro Jahr rund 230 000 Euro an Hundesteuer ein. Für 2800 Hunde gebe es 24 Spender für Tüten, die in öffentliche Papierkörbe geworfen werden dürfen, erklärte ein Sprecher. 6200 Euro kosten jedes Jahr die Beutel. Einmal im Monat gibt es Kontrollen: Polizei und Ordnungsamt gemeinsam prüfen Leinenpflicht und Sauberkeit. Für Neubrandenburg ist ebenso das kostenlose Verteilen von Hundekotbeuteln die erste Wahl. Die Stadt zähle acht Tiertoiletten mit Beutelspendern, hieß es. Kottüten gebe es zudem in städtischen Einrichtungen, fast eine halbe Million Plastikbeutel für 7500 Euro wurden so in den letzten Jahren ausgegeben. Nun sollen neue Freilaufflächen für Hund und Herrchen angelegt werden. Derzeit sind in Neubrandenburg 2900 Hunde gemeldet bei 270 000 Euro Steuereinnahmen im Jahr. Insgesamt sechs Hundetoiletten für 1900 Vierbeiner leistet sich die Hansestadt Greifswald. Die Standorte werden zweimal in der Woche gereinigt und mit frischen Beuteln bestückt. Allerdings würden die kleinen Tütchen oft gestohlen und damit zweckentfremdet, meinte eine Stadtsprecherin. Die meisten Hundehalter würden zwar das „Geschäft“ ihres Lieblings beseitigen, es gebe aber auch „schwarze Schafe“.

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