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Geschäft mit Plantagen blüht : Haschisch-Zucht in Ex-NVA-Wohnheim

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Die Drogen-Herstellung in MV blüht. Erneut hat die Polizei zwei Haschisch-Plantagen entdeckt. In Dabel wurden gestern in einem ehemaligen NVA-Wohnheim etwa 2000 Cannabis-Pflanzen bei einer Razzia sichergestellt.

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2013 | 07:37 Uhr

Schwerin | Das Geschäft mit der Herstellung illegaler Drogen in Mecklenburg-Vorpommern blüht. Erneut hat die Polizei zwei Haschisch-Plantagen entdeckt. In Dabel (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurden gestern in einem ehemaligen NVA-Wohnheim etwa 2000 Cannabis-Pflanzen bei einer Razzia sichergestellt. Die Zucht verteilte sich über mehrere Stockwerke. Einige Kilogramm waren bereits abgeerntet und verpackt. Der Schwarzmarktwert für ein Kilo beträgt etwa 10 000 Euro.

Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai, von der ermittelnden Staatsanwaltschaft Augsburg sagte gegenüber unserer Redaktion, dass bundesweit in sechs Orten durchsucht wurde - neben Dabel unter anderem auch in Berlin, Halle und Augsburg. Drei Personen nahm die Polizei vorläufig fest.

Eine zweite Haschisch-Zucht entdeckte die Polizei zufällig. In Schwerin soll ein 36-Jähriger am 31. März und 1. April seine 34-jährige Frau geschlagen, gewürgt und in einer Badewanne gequält haben. "Die Frau konnte fliehen, musste aber wegen erheblicher Verletzungen in ein Krankenhaus", teilte Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek, Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft mit. Die Tat wurde erst am Donnerstag bekannt. Als die Polizei die Wohnung durchsuchte, fand sie die Cannabispflanzen. Gestern Nachmittag erließ das Amtsgericht Schwerin Haftbefehl.

Erst in der vergangenen Woche war die bislang größte Plantage mit 2914 Pflanzen in Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) von der Polizei entdeckt worden. Die Ernte hätte nach Schätzungen des Landeskriminalamtes (LKA) etwa zwei Millionen Euro eingebracht. Die Zucht befand sich ebenfalls in einem ehemaligen Militärobjekt.

Fast zeitgleich war in Retschow (Landkreis Rostock) nach Hinweisen ein verlassenes Objekt der DDR-Armee gestürmt worden. Dort fanden die Beamten außer einem Kilogram Haschisch auch Waffen.

Gleich zwei größere Drogenplantagen waren im Februar aufgeflogen, darunter eine Hanfplantage mit 1600 Pflanzen in einer leerstehende Speditionshalle im Gewerbegebiet unweit der Autobahn 20 bei Bad Sülze (Kreis Vorpommern-Rügen). Die zweite Plantage lag in einem leerstehenden Haus in Kogel bei Zarrentin (Kreis Ludwigslust-Parchim).

Nach Angaben des LKA wurden allein im vergangenen Jahr 16 teils sehr große Plantagen von der Polizei entdeckt und zerstört. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

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