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Zoll findet kiloweise Rauschgift nahe Zarrentin und Bad Sülze : Haschisch-Plantage stinkt zum Himmel

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Gleich zwei Drogenplantagen haben Polizei und Zoll in MV auffliegen lassen, darunter eine Riesen-Hanfplantage in einem Gewerbegebiet bei Bad Sülze. Der Zoll brauchte zwei Tage, um die rund 1600 Pflanzen zu bergen.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 07:10 Uhr

Stralsund | Das war nicht besonders clever von den Betreibern einer illegalen Haschisch-Plantage in Dettmannsdorf-Kölzow (Landkreis Vorpommern-Rügen). Anwohner wunderten sich seit Tagen über den starken Geruch, der durch den kleinen Ort westlich von Bad Sülze waberte und aus einer Halle auf einem ehemaligen Speditionsgelände zu kommen schien.

"Schließlich meldeten Einwohnern die starken Gerüche bei der Polizei", berichtete Dietmar Schulze vom ermittelnden Zollfahndungsamt (ZFA) Hamburg gegenüber unserer Redaktion. Erste Ermittlungen im Januar dieses Jahres ergaben unter anderem, dass der tägliche Stromverbrauch in der angeblich leerstehenden Halle dem von mehreren Einfamilienhäusern entsprach. Damit bestätigte sich der Verdacht auf eine große illegale Haschisch-Plantage, die durch Aufzuchtlampen, Heiz- und Trockengeräte viel Energie benötigt. "Als mutmaßlicher Täter konnte ein 38-jähriger niederländischer Geschäftsmann festgestellt werden, der in Sachsen einen Autoteilehandel betreiben soll", sagte Dietmar Schulze weiter. Bei Observationen sei der Tatverdächtige mehrfach mit seinem in den Niederlanden zugelassenen BMW und zwei weiteren Personen an der Halle beobachtet worden. Seit August vergangenen Jahres sei die Anlage in Betrieb.

In dieser Woche schlugen die Fahnder zu. Seit Mittwoch werden die Beweismittel sichergestellt - darunter 1625 Cannabis-Pflanzen. "Der Fund in Dettmannsdorf war der bisher größter seit Jahren", meinte Schulze. Pro Ernte wären etwa 80 Kilogramm Marihuana angefallen, haben die Zöllner errechnet. Das entspreche einem Schwarzmarktwert von bis zu 800 000 Euro.

Die gefundenen Reste im Trockenraum lassen darauf schließen, dass seit Inbetriebnahme der Plantage mindestens einmal geerntet wurde.

An der Großrazzia in Dettmannsdorf waren mehr als 200 Beamte beteiligt - auch wegen des Verdachts auf Sprengstofffallen an den Eingängen der Gebäude.

Mecklenburg-Vorpommern scheint bei Hanf-Bauern als illegales Anbaugebiet immer beliebter zu werden. Am Donnerstag hob die Polizei in Kogel bei Zarrentin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ebenfalls eine Hanf-Plantage aus und stellte auf dem Dachboden eines Bauernhauses knapp 400 Cannabis-Pflanzen sicher, bestätigte der Schweriner Staatsanwalt Lennart Leuschner gestern auf Nachfrage

Nach einem Ernteprotokoll, das die Fahnder im Haus fanden, brachte eine Ernte 4,5 Kilogramm Marihuana - das entspricht einem Wert von 45 000 Euro. Ermittelt wurden vier Tatverdächtige, drei von ihnen sitzen in Untersuchnungshaft.

Eine illegale Cannabiszucht und 64 Pflanzen waren erst im November vergangenen Jahres im Keller eines Rostocker Wohnhauses sichergestellt worden. Ebenfalls im November war eine Haschisch-Plantage in Kummer (Landkreis Ludwigslust-Parchim) entdeckt worden.

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