zur Navigation springen

Pferd in Waren wieder aufgetaucht : Happy End für Kristin und Flaneur

vom

Zwei Jahre lang hat Kristin nach ihrem Pony gesucht. Ein Pferdewirt hat „Flaneur“ einfach verkauft. Nach einem Bericht unserer Zeitung meldete sich nun der neue Besitzer – und es gab ein Happy End mit Tränen.

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2012 | 07:42 Uhr

Waren/Müritz | Eine Träne kullert über die blassen Wangen von Kristin Franzl. Sie schlägt die Hände vors Gesicht. Diesen Moment hat die junge Frau aus der Altmark lange herbeigesehnt und dabei nie die Hoffnung aufgegeben, ihren treuen Gefährten lebend wieder zu finden.

Auf einem Gehöft bei Waren finden Reiterin und Pony endlich wieder zueinander. Wie versteinert steht die 19-Jährige auf dem Hof von Gunter Reschke und seiner Partnerin Kerstin Reitz, als sie den braunen Wallach mit den weißen Fesseln an den Hinterbeinen erblickt. "Das ist er", flüstert Kristin Franzl, dann läuft sie los und umarmt ihren Flaneur. Die beiden wirken so vertraut, als ob sie nie getrennt gewesen wären. Immer wieder stupst Flaneur mit seinem Kopf an die Schulter von Kristin Franzl. Auch das Spielchen aus den gemeinsamen Tagen beherrscht er noch. Geht Kristin Franzl rückwärts, folgt Flaneur ihr, ganz vorsichtig, den Kopf an ihre Schulter gedrückt.

Die Suche nach Flaneur hat nach zwei Jahren ein glückliches Ende gefunden. "Ich bin heilfroh, dass es ihm gut geht", sagt Kristin Franzl. Aus Zeitgründen hatte sie ihr Pony 2010 einem Bekannten zur Pflege anvertraut. Doch der scheinbar nette Mann verkaufte das Pferd einfach an eine Frau weiter. "Die Dame wollte oder konnte mir nicht sagen, an wen sie meinen Flaneur weiterverkaufte", erinnert sich Kristin Franzl. Es begann eine verzweifelte Suche. Die 19-Jährige aus Arendsee forschte im Internet nach Flanuer, schaltete Suchanzeigen im Internet, kontaktierte Tierärzte und Hufschmiede. Ihre einzige Spur war der Hinweis, dass das Tier irgendwo an die Mecklenburger Seenplatte verkauft worden sei.

Das Schicksal des Pferdes klärte sich erst durch einen Bericht in unserer Zeitung auf. Die Nachbarn hatten Gunter Reschke auf den Artikel aufmerksam gemacht. "Die Fotos waren eindeutig. Wir waren uns sofort einig, dass wir Kristin anrufen müssen", erzählt er.

Flaneur hatte er über eine Anzeige im Internet erworben - von jener Frau aus Brandenburg. "Hätten wir gewusst, dass an der Sache etwas faul ist, hätten wir das Geschäft niemals abgeschlossen", betont Gunter Reschke. "Ich bin schockiert, wie man so etwas machen kann". Doch die Papiere schienen damals einwandfrei und Flaneur wechselte den Besitzer.

Nur 160 Kilometer waren die damals 17-Jährige und ihr treuer Gefährte von einander getrennt. "Ich war manchmal krank vor Sorge", erinnert sich Kristin Franzl. Doch Gunter Reschke und Kerstin Reitz können die 19-Jährige beruhigen: "Es geht ihm sehr gut bei uns", versichern sie. Der Wallach hat sich bestens mit der Stute Lola und dem Pony Olga angefreundet. "Wir reiten regelmäßig mit ihm aus", erzählt Gunter Reschke weiter. Austoben kann sich Flaneur auf der einen Hektar großen Streuobstwiese. Wie es genau mit Flaneur weitergehen soll, darüber müssen sich die drei noch in Ruhe unterhalten. Aber einen Vorschlag haben die neuen Besitzer Kristin Franzl schon gemacht: "Im Sommer ist Kristin zum Reiturlaub herzlich eingeladen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen