Hansestadt will ihren Einfluss in der EU ausbauen

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10. Juni 2012, 07:28 Uhr

Rostock | Über seine Mitgliedschaft in der Union der Ostseestädte (Union of the Baltic Cities, UBC) will Rostock seinen Einfluss innerhalb der Europäischen Union erhöhen. "Die städtische Lobby ist gerade jetzt umso wichtiger, da die Prioritäten für den Einsatz der EU-Fördermittel der nächsten Förderperiode ausgehandelt werden", sagt Koordinatorin Karin Wohlgemuth. Vertreter der Hansestadt nahmen daher jüngst an der UBC-Vorstandssitzung im estnischen Rakvere teil und repräsentierten dabei zugleich die anderen deutschen Städte Greifswald, Kiel, Lübeck und Wismar. "Die UBC ist eine Riesenchance für die Ostseestädte, sich mit einer starken Mitgliederzahl ein Sprachrohr zu verschaffen", sagt Wohlgemuth. Aktuell umfasst das Netzwerk mehr als 100 Mitglieder aus zehn Ländern.

Rostock bringt sich seit mehr als 20 Jahren ein. Es nutzt die Vorteile auf politischer Ebene und des Erfahrungsaustauschs zwischen den Verwaltungen. Letztere arbeiten grenzübergreifend zusammen, etwa in den thematischen UBC-Kommissionen. So stellen sie sicher, gemeinsame Projektförderungen innerhalb von Interreg-Programmen der EU zu erhalten. "Städte sind Schauplätze angewandter Demokratie, wo die Politik der EU-Ebene direkt bei den Bürgern ankommt und umgesetzt wird", sagt Wohlgemuth. Umso wichtiger sei es, sich mit der Kenntnis der Belange der Bürger vor Ort ein Gehör in der Europäischen Union zu verschaffen.

Derzeit beteiligt sich Rostock unter anderem an zwei EU-Projekten zur LED-Straßenbeleuchtung und zur Förderung des autofreien Fährverkehrs. Seit 2009 betreibt die Stadt exemplarisch LED-Leuchten im Park am Schwanenteich. Die alten Quecksilberdampf leuchten wurden ausrangiert. Der Austausch bringt 75 Prozent Energieeinsparung, was jährlich 16 550 Kilowattstunden oder rund 3600 Euro entspricht. Künftig sollen weitere Testanlagen gebaut werden. In dem seit 2009 laufenden EU-Projekt "Interface" wird zudem die Verbesserung des grenzüberschreitenden Passagier-Fährverkehrs ohne Auto in der südlichen Ostsee angestrebt. Dafür haben die Hansestadt und ihre Partner unter anderem das Easyway-Ticket eingeführt. Mit dem können Fußgänger per Bus und Fähre nach Nykøbing reisen.


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