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FC Hansa Rostock : Hansa greift nach dem Strohhalm

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Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist Hansa Rostock lässt vor der richtungweisenden Auswärtspartie am Sonntag beim Vorletzten Karlsruher SC nichts unversucht. Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen.

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2012 | 10:02 Uhr

Rostock | Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist Hansa Rostock (18. Platz/16 Punkte) lässt vor der richtungweisenden Auswärtspartie am Sonntag beim Vorletzten Karlsruher SC (17./19) nichts unversucht. Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen. Der ostdeutschen Traditionsverein möchte den letzten Strohhalm greifen und zieht sich daher in ein Kurztrainingslager zurück. "Wir wollen einfach zur Ruhe kommen und demonstrieren, dass wir uns noch nicht aufgeben haben, sondern weiter an unsere Chance glauben. Auch wenn viele schon einen Haken drangemacht haben und denken, dass war es für Hansa", sagt Hansa-Trainer Wolfgang Wolf.

Zwei Tage früher als geplant machen sich die Rostocker heute früh mit dem Mannschaftsbus auf Weg nach Baden-Baden. Eigentlich wollten sie erst am Freitag mit dem Zug nach Karlsruhe reisen. Am Westrand des nördlichen Schwarzwaldes werden sie die nächsten beiden Tage verbringen und sich auf das "Sechs-Punkte-Spiel" bei einem unmittelbaren Kontrahenten einstellen. Die Organisation musste kurzfristig erfolgen. Bezüglich des Hotels

gestaltete sie sich relativ einfach. Schwerer war jedoch das Finden eines geeigneten Trainingsplatzes. "Alex Ogrinc (Torwarttrainer des FCH - d. Red.) ist runtergefahren. Er kommt von dort und kennt sich ein bisschen besser aus", verrät Wolf. Ogrinc wurde in Kuppenheim, rund zehn Kilometer von Baden-Baden sowie 30 von Karlsruhe entfernt, geboren.

20 Spieler fahren mit, auch der verletzte Pelzer

Insgesamt 20 Spieler werden die Ostseestädter mitnehmen. Unter ihnen ist auch der verletzte Sebastian Pelzer. "Wenn ein Kapitän freiwillig sagt, dass er mitfahren will, dann bin ich der Letzte, der nein sagt. Das zeigt nur, wie stark der Zusammenhalt in der Truppe ist. Allerdings liegt seine Einsatzchance bei null", so Wolf und erklärt: "Eigentlich wollte er schon gegen Eintracht Frankfurt (1:5 - d. Red.) ausgewechselt werden. Aber als Timo Perthel in der Halbzeit sagte, es geht bei ihm nicht weiter, bekam Pelzer eine Spritze und quälte sich durch. Wir wollten eben nicht zweimal wechseln."

Nach der Partie diagnostizierte der Teamarzt beim 30-Jährigen einen schweren Bluterguss in der Wade, der zum Teil auf die Achillessehne drückt. "Der Fuß ist geschwollen. Er kommt in keinen Schuh rein", sagt Wolf.

Dagegen sitzt Kevin Pannewitz nicht im Bus. "Er bleibt in Rostock und wird sich in den nächsten zwei, drei Wochen in eine entsprechende Fitness bringen. Das ist mit ,Paule’ Beinlich (Manager des FCH - d. Red.) und mir so abgesprochen. Wir haben ihm auch Leute zur Hilfe an die Seite gestellt", so der 54-Jährige, der auch erklärt, weshalb er am Problemprofi festhält: "Er hat sich im Trainings- und Spielbetrieb nichts zu schulden kommen lassen und alles umgesetzt, was ich von ihm erwarte. Aber außerhalb des Sports hat er Probleme, die er in den Griff bekommen muss. Sie kosten ihn Tempo und somit auch die Zweitliga-Tauglichkeit. Doch ich lasse keinen jungen Spieler fallen, wenn er will. Und das hat er gezeigt. Jetzt muss er es aber auch umsetzen."


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