Rostocker Hansaviertel im Brennpunkt des Fußballs : Hansa geht auf Kuschelkurs

Gesperrte Straßen, Parkplatznot, Wildpinkler und Dreck - das beschäftigt die Anwohner um die DKB-Arena an Spieltagen des FC Hansa. Vertreter des Vereins, der Polizei, der Stadt und Ortsbeiräte im Gespräch.

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18. Juli 2012, 12:23 Uhr

Hansaviertel | Gesperrte Straßen, Parkplatznot, Wildpinkler und Dreck - das beschäftigt die Anwohner um die DKB-Arena an Spieltagen des FC Hansa. Um schon im Vorfeld der neuen Saison auf ihre Sorgen einzugehen und für Verständnis zu werben, haben sich Vertreter des Vereins, der Polizei, der Stadt und der umliegenden Ortsbeiräte gestern zu einem Kooperationsgespräch im Stadion getroffen.

"Was immer wieder auftaucht, ist die Frage, wie es gelingen kann, die Einwohner so wenig wie möglich zu beeinträchtigen", sagt Thomas Wiesner, Leiter des Ortsamtes West. Der Groß Schwaßer Weg etwa war in der Vergangenheit regelmäßig ein Brennpunkt. Allerdings habe sich die Gesamtsituation bereits erheblich verbessert.

Frühzeitiges Aufklären gefordert

So seien die Bewohner zuletzt beispielsweise frühzeitig auf Einschränkungen aufmerksam gemacht worden. Etwa vor dem Hochrisikospiel gegen St. Pauli, als die Liskowstraße komplett zur Parkverbotszone erklärt worden war. Die erwarteten massiven Beschwerden blieben aus. "Das sollte unbedingt so weitergeführt werden", sagt Karsten Cornelius (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender des Hansaviertels. Es sei wichtig, dass die Einwohner wüssten, was auf sie zukommt. Mit Straßensperrungen müssen sie auch in der kommenden Saison rechnen. "Ab erwarteten 10 000 Zuschauern greifen die bekannten verkehrsrechtlichen Anordnungen", sagt Rainer Friedrich, technisch-organisatorischer Leiter der Stadiongesellschaft. Dann werden etwa Kopernikusstraße und Groß Schwaßer Weg als Sperrbezirke ausgewiesen. Da der erhoffte Besucherschnitt bei 11 500 Zuschauern liegt, sind davon generell alle Heimspieltage betroffen.

"In meinem Viertel gibt es die Einstellung, dass wir nun mal ein sportlicher Bereich sind. Daher werden diese Einschränkungen auch akzeptiert", sagt Cornelius. Ein Problem hat er dennoch ausgemacht: fehlende Sauberkeit. "Das hinterlässt immer einen bitteren Nachgeschmack und muss eingedämmt werden."

Gute Erfahrungen gebe es hingegen damit, einen zentralen Anlaufpunkt für die Gästefans zu schaffen. Sie werden zum Hauptbahnhof gelotst und von dort mit Shuttle-Bussen zum Stadion gefahren. Das entlastet zum einen die Parkflächen im Umfeld der Arena, zum anderen werden die Wohngebiete vor möglichen Randalierern geschützt. Schutz vor Wildpinklern gibt es dagegen keinen. "Damit muss man wahrscheinlich einfach leben", sagt Olaf Groth (Linke) vom Ortsbeirat Hansaviertel. Das Problem gebe es schon seit Jahrzehnten.

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