FC Hansa Rostock : Hansa bangt weiter um die Existenz

Foto: Georg Scharnweber
Foto: Georg Scharnweber

Das Hoffen und Bangen geht für den Fußball-Zweitligisten weiter: Wie kann sich der Verein vor dem Finanzkollaps retten? Kann er auf die Unterstützung der Stadt hoffen? Wie ist dem Aushängeschild der Stadt zu helfen?

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11. Januar 2012, 07:50 Uhr

Rostock | Das Hoffen und Bangen geht für den FC Hansa Rostock weiter: Wie kann der Fußball-Zweitligist sich vor dem Finanzkollaps retten? Kann er auf die Unterstützung der Stadt hoffen? Gestern berief die Bürgerschaft eine Dringlichkeitssitzung für den 17. Januar ein. Die Mitglieder wollen erörtern, wie dem Aushängeschild der Stadt zu helfen ist.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) brachte bereits den Einkauf Rostocks in die Stadiongesellschaft, einen teilweise Steuererlass und auch eine Bürgschaft für den Verein als mögliche Rettungskonzepte ins Spiel. Nun ist die Bürgerschaft gefragt.

Dem Fußballclub droht das Aus

Steuerschulden drücken den Fußballclub in eine bedrohliche finanzielle Schieflage: Der Bundesrechnungshof hat den Zweitligisten dazu verpflichtet, 4,5 Millionen Euro Steuern nachzuzahlen, wovon drei Millionen Euro dem Land Mecklenburg-Vorpommern zustehen. Gegenüber der Hansestadt belaufen sich die Steuernachzahlungen auf rund 800 000 Euro. Sollte der FC Hansa bis zum 30. Juni nicht zahlungsfähig sein, droht dem Verein das Profifußball-Aus.

Dass Methling in der Öffentlichkeit bereits Rettungsideen für den Verein präsentierte, bevor die Bürgerschaft davon erfahren hatte, stößt bei einigen Fraktionen auf Kritik. Die Linke fühlt sich nun unter Zugzwang. Ihre Fraktionsvorsitzende Eva-Maria Kröger sagt: "Es ist schade, dass der Oberbürgermeister bisher nicht mit uns darüber gesprochen hat." Schließlich sei es am Ende an der Bürgerschaft, zu beschließen und Entscheidungen zu rechtfertigen.

Auch Dr. Sybille Bachmann, Fraktionsvorsitzende vom Rostocker Bund, ist mit Methlings Vorgehen nicht einverstanden: "Das ganze Gerede von möglichen Rettungsmaßnahmen hilft dem Verein sicher nicht weiter." So müssten, bevor Entscheidungen getroffen werden, erst einmal Konzepte her. Einigkeit der Fraktionen herrscht dahingehend, dass sie den Verein unterstützen wollen.

Fraktionen befürchten Sogwirkung

Grünen-Fraktionschef Johann-Georg Jaeger glaubt: "Eine Stundung der Steuerschulden würde nichts bringen." Eine schnelle Aktion sei stattdessen nötig, um die Zahlungsfähigkeit bis zum 30. Juni zu beweisen. Jaeger könne sich vorstellen, dem Verein mit einem Kredit auszuhelfen. Prof. Dieter Neßelmann, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagt: "Uns liegt bisher kein konkreter Vorschlag vor, wie etwa ein Steuererlass oder eine Stundung." Er will jedoch alle Möglichkeiten diskutieren - die Unterstützung der CDU-Fraktion für den FC Hansa sei unbestritten.

Das gilt auch für Steffen Wandschneider, den Fraktionsvorsitzenden der SPD. Er steht einer Bürgschaft für den finanziell angeschlagenen Verein jedoch skeptisch gegenüber und verweist auf ein Beispiel aus der Vergangenheit: "Schon einmal sorgte eine Bürgschaft für einen Sportverein für Schulden in der Stadt." Damals ging es um den Polizeisportverein - der seit Jahren in der Insolvenz feststeckt.


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