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Prozess Neubrandenburg : Hanfplantage in Küchenstudio - dreieinhalb Jahre Haft

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Gericht spricht 46-Jährigen aus Stavenhagen schuldig des illegalen Drogenhandels.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 15:18 Uhr

Der Betreiber einer Cannabisplantage in Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ist zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Neubrandenburg sprach den 46-Jährigen am Donnerstag des illegalen Drogenhandels für schuldig. „Sie sind ein Wiederholungstäter und ein Bewährungsversager“, sagte Richter Henning Kolf zu dem 46-Jährigen.

Mit dem Urteil blieb das Gericht, das einen minderschweren Fall annahm, unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte sieben Jahre Haft gefordert.

Der Mann hatte gestanden, die Anlage mit rund 1000 Pflanzen ab Herbst 2016 in einem früheren Küchenstudio aufgebaut und betrieben zu haben.

Er habe damit seinen Lebensunterhalt bestreiten wollen, da es Auftragsmangel und Geldprobleme gegeben habe, sagte der Handwerker.

Die Polizei kam der Hanfplantage durch einen aufmerksamen Streifenbeamten auf die Spur. „Wir kamen nachts durch Stavenhagen und sahen violettes Licht in den Geschäftsräumen, die eigentlich nicht bewohnt sein sollten“, sagte der Beamte als Zeuge. Im Februar beschlagnahmten Polizisten die Anlage und fanden zudem mehrere Videokameras zur Geländeüberwachung sowie eine Luftdruckwaffe.   Der 46-Jährige hatte Hanf-Stecklinge ziehen und weiterverkaufen wollen. Als Abnehmer nannte er einen Händler in den Niederlanden. Das Geschäft sei aber nicht richtig gelaufen, sagte er.

Es sei ein minderschwerer Fall, weil es sich um „weiche Drogen“ handelte und fast alle Betäubungsmittel sichergestellt wurden, erläuterte der Richter. „Der Haftbefehl bleibt wegen Fluchtgefahr aber bestehen“, sagte er. Der 46-Jährige war erst im Sommer 2016 in Kerpen wegen Drogenhandels - es ging um eine ähnlich große Plantage - zu 14 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt worden waren. Es liegt gegen ihn noch eine weitere Anklage wegen einer Drogenplantage in einem Dorf bei Stavenhagen vor.

Er hatte zudem gestanden, den Strom für die Wärmelampen und 28 Transformatoren in Stavenhagen illegal aus dem Netz abgezweigt zu haben. Diesen Aspekt ließ das Gericht aber fallen, da die Strommenge nicht nachweisbar gewesen sei.

Derzeit befasst sich das Landgericht mit weiteren Drogendelikten ähnlicher Art. Ein weiterer Mann aus Stavenhagen muss sich verantworten, weil bei ihm Drogen im Wert von 160 000 Euro gefunden wurden. Und am kommenden Montag beginnt ein Prozess gegen einen 29 Jahre alten Neubrandenburger, bei dem durch Zufall etliche Drogen, darunter eine größere Menge Kokain, gefunden worden waren.

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