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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 14:54 Uhr

Krebsforschung : Hanf gegen Krebs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rostocker Pharmakologen forschen im Labor mit Hanf-Wirkstoffen gegen Krebs

Rostocker Pharmakologen sind einer Krebszellen zerstörenden Wirkung von Inhaltsstoffen der Cannabis-Pflanze auf der Spur. Sie konnten in der Zellkultur zeigen, dass sogenannte Cannabinoide diese Zerstörung über die Bildung eines bestimmten Proteins auf der Oberfläche von Krebszellen anregen.

Dieses Protein namens ICAM-1 wiederum ermöglicht die Bindung von Killerzellen des Immunsystems, die letztlich die Tumorzellen zum Platzen bringen, sagte Burkhard Hinz, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie an der Uniklinik Rostock. Über ICAM-1 und einen nachgeschalteten Signalweg hemmen Cannabinoide auch die Fähigkeit von Zellen zur Bildung von Blutgefäßen, die das Tumorwachstum begünstigen.

Über beide Arbeiten berichteten die Forscher jüngst in der Fachzeitschrift „Biochemical Pharmacology“. Hinz betonte, dass es sich um Ergebnisse der Grundlagenforschung handele. „Wir sind noch weit davon entfernt, das in die klinische Therapie umzusetzen. Unsere Befunde sind jedoch ein weiteres Indiz dafür, dass Cannabinoide eine ganze Reihe potenziell therapeutisch nutzbarer Wirkungen vermitteln.“ Viele internationale Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit dieser Thematik. So wird Tetrahydrocannabinol, ein Wirkstoff der Hanfpflanze, schon seit längerem klinisch zur Milderung von Erbrechen und Übelkeit im Rahmen einer Zytostaktika-Therapie eingesetzt. Seit den 1990er-Jahren ist bekannt, dass auch menschliche Zellen Cannabinoide bilden können. „Ihnen wird unter anderem eine schmerzhemmende und appetitsteuernde Wirkung zugesprochen“, sagte Hinz. Schon 2008 konnten er zeigen, dass Cannabinoide die Auswanderung von Tumorzellen in umliegendes Gewebe bremsen.

 

 

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