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Bildung : Handys an Schulen: Eltern fordern Regeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Opposition im Landtag wirft Bildungsministerium Untätigkeit vor

von
erstellt am 19.Aug.2014 | 07:55 Uhr

Sie hören in der Hofpause auf ihren Smartphones Musik oder schreiben in der Unterrichtsstunde heimlich Kurzmitteilungen. Sie checken Nachrichten auf Facebook oder filmen Missgeschicke ihrer Lehrer. Immer mehr Schüler besitzen moderne Mobilfunkgeräte. 80 Prozent der Kinder zwischen 11 und 13 Jahren haben bereits ein Handy oder Smartphone. Eltern, Lehrer und Bildungspolitiker sehen die Entwicklung mit Sorge und sprechen von „gefährlichem Wildwuchs“ an den Bildungseinrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns. „An einigen Schulen gibt es Regeln, wann und wo Smartphones und Handys erlaubt sind, an anderen Schulen herrscht Narrenfreiheit“, kritisiert Rainer Schiffel, Vorsitzender des Stadtelternrates in Schwerin. Für ihn ist das ein unhaltbarer Zustand.

Doch die Landesregierung reagierte bisher zögerlich. „Landeseinheitliche Regelungen, die die Nutzung von Mobilfunkgeräten durch Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit beziehungsweise auf dem Schulgelände zum Inhalt haben, gibt es nicht“, heißt es jetzt in einer Antwort des Schweriner Bildungsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Ulrike Berger. Das Ministerium empfiehlt stattdessen schulinterne Regelungen zum Umgang mit Smartphones.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, welche Schule bereits Normen festgelegt hat, schickte das Ministerium vor zwei Wochen ein Rundschreiben raus (Schreiben liegt der Redaktion vor). Die Zahl der Antworten soll wegen der Ferienzeit dürftig sein, hieß es.

Die Opposition im Landtag wirft der Landesregierung vor, dass sie die Schulen mit dem Problem alleine lässt. „Die Schulkonferenzen vor Ort sollten zwar die Regeln aufstellen, aber das Ministerium muss den Handlungsrahmen vorgeben und Verfahrensschritte bei strafbaren Handlungen aufzeigen“, sagte die Bildungsexpertin der Linken, Simone Oldenburg.

Einige Schulen wie das Innerstädtisches Gymnasium in Rostock haben längst reagiert. „Wir haben gemeinsam mit den Eltern Regeln erarbeitet und diese in unsere Hausordnung geschrieben“, erklärte Schulleiter Thomas Döring.

Auch das Gymnasiale Schulzentrum „Fritz Reuter“ in Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat Regelungen festgelegt. „Mobilfunkgeräte müssen während der Unterrichtsstunde ausgeschaltet sein“, so die Direktorin Evelyn Timmermann. Wer dagegen verstößt, müsse sein Handy beim Lehrer abgeben und könne es sich nach dem Unterricht wieder abholen.

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