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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 14:56 Uhr

Handarbeit macht Gartenobst haltbarer

vom

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2012 | 11:36 Uhr

Zu Omas Zeiten, als es noch keinen Kühlschrank gab und auch keine Frischhaltefolie, da musste man sich etwas einfallen lassen, um auch im Winter die Leckereien der vergangenen Erntezeit genießen zu können. Christian Satorius ist einigen Tipps von damals nachgegangen.

Erntereife

Die richtige Erntezeit für viele Obstsorten, wie Äpfel oder auch Birnen, lässt sich mit einem simplen Test ermitteln: Den Stiel einfach nach oben knicken (nicht drehen). Löst sich die Frucht jetzt, ist sie auch reif. Löst sie sich nicht, kann man sein Glück in ein paar Tagen noch einmal versuchen.

Pflaumen sollten spätestens dann geerntet werden, wenn das Fruchtfleisch unmittelbar am Stiel schon ganz leicht zu schrumpeln beginnt. Bei Kürbissen erkennt man die Erntereife am besten daran, dass sich der grüne frische Stiel braun verfärbt und holzig hart wird. Einige Exemplare hören sich dann auch hohl an. Nektarinen lassen sich etwas eindrücken, wenn sie reif sind.

Ansonsten heißt es: Augen auf und auf die Färbung der Frucht achten. Im Zustand der Erntereife weisen Obstsorten in der Regel ihre sattesten und tiefsten Farben auf.

Ernte

Wer das Obst möglichst lange einlagern möchte, sollte es nicht vom Baum schütteln, sondern lieber von Hand pflücken. Überhaupt gilt es, die Früchte nicht zu werfen oder zu drücken, sondern sie pfleglich zu behandeln. Ansonsten können leicht Druckstellen und Beschädigungen entstehen, die später die Lagerfähigkeit herabsetzen.

Oft liegen die schönsten Äpfel, Birnen und Pflaumen schon unter dem Baum, noch bevor man sie pflücken kann. Diese sollte man sich aber ganz genau anschauen: In der Regel werfen die Bäume schadhafte Exemplare ab, in denen sich schon Würmer befinden, oder besser gesagt: Schmetterlingsraupen, so wie die des Apfelwicklers.

Große und schwere Kürbisse sollten nicht am Stiel getragen werden. Er könnte sich aufgrund des hohen Gewichtes vom Kürbis lösen. Das wirkt einer längeren Lagerzeit entgegen.

Lagerung

Obst- und Gemüsesorten, die später im Jahr reif werden, eignen sich im Regelfall besser für die Lagerung als frühreife Sorten. Die gute alte Speisekammer und sogar der feuchte Keller waren früher die idealen Aufbewahrungsorte für die Ernte. Heutzutage allerdings sind sie Mangelware geworden und so muss man sich anders behelfen.

Dunkel, kühl und nicht zu trocken sollte es aber dennoch für die Lagerung einheimischer Obst- und Gemüsesorten sein. Der Kühlschrank ist dabei längst nicht immer die erste Wahl. Manche Sorten, wie Äpfel, Birnen, Bananen, Pfirsiche, Pflaumen, aber auch Gurken, Tomaten und Kopfsalate produzieren nach der Ernte noch das Reifegas Ethen oder sprechen relativ gut darauf an, nur Beeren sind meist unempfindlicher. Ethen, auch Ethylen genannt, sorgt für ein Nachreifen von Obst oder Gemüse - und das nicht nur bei der eigenen Art. So beschleunigt das Ethen, das Äpfel in die Raumluft abgeben, beispielsweise auch die Reife direkt daneben lagernder Birnen oder Tomaten. Gerade im engen Kühlschrank ist das fatal, da sich der kleine Raum schnell mit dem Gas füllt. In einer geräumigen Speisekammer sieht das anders aus. Wer nun noch Äpfel, Birnen und Co. so locker und luftig mit dem Stiel nach oben lagert, dass sich die Früchte nicht gegenseitig berühren und das Ganze alle ein bis zwei Wochen kontrolliert, ist schon auf dem richtigen Weg.

Die meisten Obstsorten halten sich am besten bei maximal zwei Grad Celsius (Aprikosen, Brombeeren, Erdbeeren, Kirschen und Pflaumen). Bis zu fünf Grad Celsius empfehlen sich für Äpfel, Birnen und Melonen. Südfrüchte mögen es wärmer: 10 bis 12 Grad Celsius und sogar 15 Grad sind optimal für Ananas, Avocados, Bananen, Mango sowie Zitronen.

Gemüse mag es in der Regel etwas kühler. Bis zu fünf Grad Celsius, besser weniger, sind noch okay für Blumenkohl, Sellerie, Rote Bete, Kohlrabi und Spinat. Grüne Bohnen, Paprika, Auberginen und Zucchini sind mit acht Grad Lagertemperatur zufriedenzustellen, Tomaten und Gurken reichen schon 12 Grad. Natürlich variiert das Ganze auch noch ein wenig je nach Sorte. Kartoffeln beispielsweise lagert man im Allgemeinen am besten trocken im Dunkeln bei vier bis sechs Grad. Die Sorten "Fontane", "Bintje" und "Markies" fühlen sich hingegen bei sieben Grad, und sogar noch ein bisschen darüber hinaus, wohler.

Wenn Obst oder Gemüse mit der Zeit zu schrumpeln beginnen, ist die Luftfeuchtigkeit nicht ausreichend. Macht sich Schimmel breit, ist sie zu hoch. Bei manchen Arten, Kartoffeln etwa, lässt sich die ursprüngliche pralle Optik vor dem Verzehr wieder einigermaßen zurück bringen, wenn sie über Nacht in Wasser einlegt werden.

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