Hamster-Mentalität

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10. Mai 2012, 07:29 Uhr

Manche gesetzliche Krankenkassen hortet Geld. Wenn es um die Begründung geht, warum sie den Versicherten keine Prämien zurückzahlen, sind sie erfindungsreich. Der sanfte Druck auf einige Kassen ist daher angebracht. Die Vorstände müssen begründen, warum extrem hohe Überschüsse nicht an die Versicherten weitergegeben werden. Die Horrorgemälde von bald exorbitant steigenden Kosten gehören zum Standardrepertoire. In den vergangenen beiden Jahren konnten die Kassen dennoch Milliardenrücklagen aufbauen.

Die Kassenvorstände haben gemerkt, dass Zusatzbeiträge ein hohes Abschreckungspotenzial besitzen. Wer sie erheben muss, dem laufen die Versicherten in Scharen davon. Deshalb ist die Geschäftspolitik in guten Zeiten darauf ausgerichtet, möglichst große Rücklagen anzuhäufen, um möglichst lange auf diese verzichten zu können.

Im Interesse der Versicherten ist diese Hamster-Mentalität nicht. Ähnlich wie in der Rentenversicherung wäre ein klarer Mechanismus gefragt, der eine Zwangsausschüttung von Prämien garantiert. Eine Prämien-Automatik wäre aber auch für den staatlichen Gesundheitsfonds angebracht, dessen hohe Überschüsse die Politiker verteidigen. Das Geld der Versicherten ist bei den Versicherten am besten aufgehoben.

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