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Metropolregion baut Nahverkehrsnetz für Berufspendler aus : Hamburg schickt MV Investoren

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Freie Fahrt für Berufspendler in Mecklenburg: Die von Cuxhaven bis Ludwigslust und Bad Fallingbostel bis Wismar reichende Metropolregion Hamburg setzt auf den Ausbau schneller Nahverkehrsverbindungen.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 07:20 Uhr

Schwerin | Freie Fahrt für Berufspendler in Mecklenburg: Die von Cuxhaven bis Ludwigslust und Bad Fallingbostel bis Wismar reichende Metropolregion Hamburg setzt auf den Ausbau schneller Nahverkehrsverbindungen. Angesichts von täglich 330 000 Einpendlern nach Hamburg sei die Hansestadt daran sehr interessiert, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz gestern bei einem Wirtschaftsforum der Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern Schwerin: "Nach Hamburg sind mehr Leute unterwegs als andere Städte Einwohner haben." Allein 60 000 Beschäftigte würden täglich aus Westmecklenburg in die Hansestadt zur Arbeit fahren, erklärte IHK-Präsident Hans Thon. Vor allem für Pendler aus den Regionen Boizenburg und Hagenow seien bessere Nahverkehrsverbindungen notwendig, forderte SPD-Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Hacker. Der Norden müsse sich beim Bund stärker als eine Wirtschaftsregion präsentieren und gemeinsame Verkehrsprojekte für den Bundesverkehrswegeplan anmelden. Dazu gehörten u. a. der Ausbau der Autobahn 20 sowie der Elbe-Schifffahrtsverbindungen. "Der Bund muss sich klar bekennen", sagte Hacker. In der Vergangenheit habe es der Süden besser als der Norden verstanden, sich so zu positionieren, um ernst genommen zu werden.

Dabei kann der Großraum Hamburg durchaus punkten: Mit 1000 Gemeinden in 19 Landkreisen mit fünf Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftsleistung von 160 Milliarden Euro gehöre die Region zu einer der wettbewerbsfähigsten in Deutschland und Europa. Die Metropolregion Hamburg als gemeinsamer Markt habe für die Wirtschaft bereits lange Tradition, erklärte Handwerkspräsident Peter Günther: "Dass sich so viele unserer Handwerksbetriebe seit mehr als zwanzig Jahren zum Beispiel im Bausektor behaupten konnten, hat sehr viel damit zu tun, dass wir nicht nur rund um den eigenen Kirchturm tätig waren und sind." Umgekehrt hätten sich zahlreiche Hamburger Firmen in Gewerbegebieten in MV angesiedelt, fügte IHK-Chef Thon hinzu. Dem Kaffeeumschlagplatz in Hamburg habe MV beispielsweise die Ansiedlung des Kaffeekapselherstellers Nestle zu verdanken. Den in der Metropolregion zusammengeschlossenen Gebieten in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg müsse es aber künftig besser gelingen, sich in der Welt als eine Region zu präsentieren, um wahrgenommen zu werden. So habe der Norden die Chance, sich als führende Region in der Windkraftindustrie zu entwickeln. Unternehmen sollten noch konkreter über Investitionsmöglichkeiten informiert werden. Dazu zähle eine einfachere Grundstücksbereitstellung ebenso wie eine Rundum-Sorglos-Betreuung durch die Wirtschaftsförderung, sagte Scholz: "Denken in Ländergrenzen passt nicht in die Zeit." Ansiedlungen in der Region nützten allen, auch Hamburg, wenn sich Investoren beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern niederließen. So gebe die Hansestadt Unternehmen bei der Stand ortsuche auch außerhalb der Stadtgrenzen Flächenempfehlungen.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg rückt indes näher an Hamburg herab. Mit dem gemeinsamen Gewerbeflächenmanagement profitiere die Region bereits jetzt von der gemeinsamen Marketingoffensive, sagte Landrätin Birgit Hesse. In Kürze werde sich der Landkreis an der Hamburg Marketing GmbH beteiligen, kündigte sie an.

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