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Gesellschaft : Halten wir in MV weniger zusammen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Laut Bertelsmann-Studie wenig Solidarität im Osten

Nur in Sachsen-Anhalt ist der gesellschaftliche Zusammenhalt noch schwächer als in Mecklenburg-Vorpommern. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor, die gestern in Gütersloh vorgestellt wurde. Vor allem Solidarität und Hilfsbereitschaft seien laut dem „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ in MV deutlich schwächer ausgeprägt, als im Bundesdurchschnitt.

Ein Forscherteam aus Sozialwissenschaftlern der privaten Jacobs Universität Bremen untersuchte für die Studie soziale Beziehungen zu anderen Menschen anhand von 31 Indikatoren, die in neun Dimensionen zusammengeführt werden. Erfasst wurden beispielsweise die Heimatverbundenheit, Akzeptanz von Vielfalt oder das Vertrauen in andere Menschen. In sechs dieser Dimensionen gehört MV zur Schlussgruppe. Allerdings liegen die neuen Bundesländer im Vergleich allesamt auf den hinteren Plätzen.

Nur langsam steige in den ostdeutschen Bundesländern das Vertrauen in Mitmenschen. „Eine Vertrauensbasis ist schnell zerstört – sie wieder aufzubauen, erfordert Zeit und Geduld“, erklärte Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung gestern. In Brandenburg ist der gesellschaftliche Zusammenhalt so stark wie in keinem anderen ostdeutschen Bundesland.

Bei der Orientierung am Gemeinwohl konnte MV seit der Wende zulegen und liegt inzwischen über dem Bundesdurchschnitt. Bessere Werte erzielte das Bundesland außerdem bei der Kriminalitätsrate. Statistisch gesehen begehen 6,31 von 1 000 strafmündigen Bürgern eine Körperverletzung, im Saarland sind es mehr als acht und in den Stadtstaaten sogar mehr als zehn.

Insgesamt zieht die Studie ein positives Fazit der Entwicklung in Deutschland seit 1990. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist demnach überall gestiegen, wenn auch im Osten spürbar langsamer als im Westen.
 

 

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