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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 01:19 Uhr

Halbinsel Wustrow im Dornröschenschlaf

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2012 | 10:46 Uhr

Rerik | Auf der Halbinsel Wustrow bei Rerik ist die Zeit stehengeblieben - und das schon seit 14 Jahren. "Der Streit ist nicht beendet", sagt Christian Plöger, Sprecher von Fundus.

Die Fundusgruppe, die auch das Hotel "Adlon" in Berlin wieder aufgebaut und das Ostseebad Heiligendamm erworben hatte, kaufte 1998 den zwölf Kilometer langen Küstenstreifen, der von 1936 bis 1993 militärisches Sperrgebiet war, für 12,5 Millionen Mark vom Bundesvermögensamt. Fundus wollte das einstige Armeeareal mit Luxus-Häusern für 2200 Pensionäre und Urlauber bebauen. Dazu sollte die Gartenstadt mit den vorhandenen Offiziershäusern und Mannschaftsbaracken zu einer Ferienhaussiedlung umgebaut werden. Außerdem war vorgesehen, eine zweite Gartenstadt von gleicher Größe aufzubauen. Auf dem Landschaftsschutzgebiet plante Fundus, das sich selbst gern als mittelständisches Unternehmen bezeichnet, den Bau eines 27-Loch-Golfplatzes mit Golfhotel. Betuchte Urlauber sollten außerdem in exlusiven Rundweilern untergebracht werden. Teil des Konzeptes war auch der Bau eines Yachthafens für 240 Boote und eines Reiterhofes.

Über diese ehrgeizigen Pläne streitet das Unternehmen mit der Gemeinde Rerik, die die Bebauungspläne des Fundus-Chefs Anno August Jagdfeld für völlig überdimensioniert hält und keinen B-Plan für das Gebiet erstellt. Hauptstreitpunkt ist das Verkehrskonzept. Alle Urlauber auf der Halbinsel müssten zuvor durch Rerik, das wie ein Pfropfen vor dem "Wustrower Hals" liegt, der einzigen Zufahrt. Mit einem abgespeckten Konzept der Fundus-Gruppe wären die Reriker einverstanden, sagte in diesen Tagen Bürgermeister Wolfgang Gulbis.

Allerdings halten sich auch hartnäckig Gerüchte, dass der Streit dem Finanz- und Immobilienunternehmen nur als Vorwand dient. Weil Fundus kein Geld für seine Projekte auf Wustrow habe, sei auch das Interesse an einer Einigung nicht groß, heißt es in Rerik.

Das Einzige, was seitdem errichtet wurde, ist ein zwei Meter hoher Zaun. Die Insel darf von Urlaubern und Einheimischen nicht betreten werden. Selbst Führungen sind seit 2004 nicht mehr erlaubt. Schlagzeilen machte Wustrow das letzte Mal 2010, als ein Berliner mit Sondergenehmigung auf die Halbinsel durfte, um hier nach dem Bernsteinzimmer zu suchen.

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