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Ausstellung in Raben Steinfeld : Haizahn trifft Kronen-Seeigel

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Bei einem Spaziergang am Görslower Ufer des Schweriner Sees entdecken Renate Braasch und ihr Mann Reinhard einen Feuerstein. Beim Zerschlagen des Steins kommt etwas Besonderes zum Vorschein.

Raben Steinfeld | Diesen Sommerspaziergang am Görslower Ufer des Schweriner Sees wird Renate Braasch nicht vergessen. Die 60-jährige Buchhalterin war wie so oft mit ihrem Mann Reinhard unterwegs. "Mit dem Blick nach unten - auf die Steine", erzählt die Raben Steinfelderin. Dabei fällt ihr ein Feuerstein auf, der durch seine Färbung am Rand verrät, dass er etwas in seinem Inneren verbirgt. "Das ist ganz oft so. Meist sind es versteinerte Muscheln oder Schnecken", verrät Renate Braasch. Doch als sie diesen Stein zerschlägt, kommt etwas Besonderes zum Vorschein: ein Kronen-Seeigel. "Mein bislang schönster Fund." Zum Glück blieb der Seeigel heil. So konnte Renate Braasch das Prachtexemplar mitnehmen und den anderen Freizeitforscher in der Gesellschaft für Geschiebekunde, Sektion Westmecklenburg, zeigen.

Der Kronen-Seeigel wurde jetzt zum zweitschönsten Fund des Jahres 2011 gewählt. "Dabei ist eigentlich mein Mann der Hobbygeologe", erzählt die Buchhalterin. Doch seit fast 40 Jahren begleitet Renate Braasch ihren Gatten, teilt inzwischen die Leidenschaft für Steine mit ihm. Doch nun war es das erste Mal, dass sie eine solche Auszeichnung erhielt.

Noch höher als den Fund von Renate Braasch stuften die Freizeitgeologen ein anderes Prachtexemplar ein. Die Diplom-Geologin Karina Thiede aus Parchim entdeckte nahe Barnin einen Sternberger Kuchen. Dieses Gestein ist ein lokales Geschiebe, das nur in Westmecklenburg zu finden ist. Das Kuchenstück von Karina Thiede hat zudem besonderen Biss: Ein 5,5 Zentimeter langer Haizahn macht es so wertvoll. Außerdem ist die Gattung Isurus selten, hinzu kommt die extreme Größe des Zahns.

Damit kamen bei der alljährlichen Wahl der schönsten Fundstücke gleich zwei Exemplare aus der Region Schwerin auf die Spitzenplätze. Die Vereinsmitglieder hatten wieder Steine aus allen Epochen der Erdgeschichte zusammengetragen. Ordovizische Moostierchen, mesozoische Spurenfossilien, Ammoniten, Seeigel, Schnecken, aber auch Mineralien und seltene Gesteine wurden präsentiert.

Bei der Wahl kam dann neben den beiden Funden aus der Region noch ein weit gereistes Stück auf das Siegertreppchen. Dr. Wolfgang Zessin aus Jasnitz erhielt für einen jungtertiärer Onkolith aus Westaustralien den dritten Platz zugesprochen. Onkoide sind kalkausscheidende Algen, die sich konzentrisch um einen Wachstumskern bilden. Werden diese zu einem Gestein, dann entsteht ein Onkolith. Onkolithe aus dem Silur sind auch in den Strandgeröllen der Ostsee zu finden.

Die Fachgruppe stellt die drei prämierten Stücke wieder öffentlich vor. Im Januar und Februar sind sie im "Geologischen Museum - Naturstein-Galerie" von Reinhard Braasch im Unterdorf von Raben Steinfeld zu sehen. Geöffnet hat das kleine Museum in der Ringstraße 11, in dem auch eine große Sammlung von Sternberger Kuchen zu bewundern ist, dienstags bis freitags - von 10 bis 17 Uhr.

Am 3. Januar gibt es zudem den ersten Vortrag für Fossilien- und Mineralienfreunde im Jahr 2012. Dr. Werner Schulz wird über den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern aus geologischer Sicht berichten. Beginn ist um 19 Uhr in der Naturschutzstation Schwerin-Zippendorf.

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erstellt am 21.Dez.2011 | 11:06 Uhr

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